Salzburg bleibt das Maß der Dinge

15. September 2018, 19:12
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Titelverteidiger gewinnt auch sein siebentes Saisonspiel, der SKN machte es dem Favoriten zumindest phasenweise schwer

St. Pölten – Red Bull Salzburg ist in der Fußball-Bundesliga weiter makellos unterwegs. Der Titelverteidiger gewann am Samstag bei Verfolger SKN St. Pölten in der NV Arena verdient 3:1 (1:1) und hält damit auch nach der siebenten Runde beim Punktemaximum von 21 Zählern. Der Vorsprung auf die Niederösterreicher, die am Sonntag vom LASK auf Rang drei verdrängt werden könnten, wurde auf sieben Punkte ausgebaut.

Die Salzburger taten sich gegen die Mannschaft von Cheftrainer Dietmar Kühbauer recht schwer, behielten dank Toren von Xaver Schlager (45.), Hannes Wolf (66.) und Fredrik Gulbrandsen (97.) aber doch die Oberhand. Der Meister schaffte damit eine gelungene Generalprobe vor dem Europa-League-Gruppenstart bei RB Leipzig am Donnerstag. Für St. Pölten war vor 5.511 Zuschauern ein Eigentor von Marin Pongracic (25.) zu wenig, der SKN kassierte die erste Saisonniederlage. Alle bisherigen neun Duelle gegen die Salzburger gingen verloren.

Die Partie begann wie erwartet, die Salzburger schnürten die extrem tief stehenden Hausherren in der eigenen Hälfte ein, hatten allerdings große Probleme, den Abwehrriegel zu knacken. St. Pölten verteidigte nicht nur geschickt und führte sogar plötzlich. Nach einem Haas-Kopfball stolperte Pak Kwang-ryong im Strafraum unter dem Ball durch, der in der Folge von Pongracic ins Netz prallte.

Unglücklicher Ausgleich

Erst danach kamen die klar feldüberlegenen Salzburger zu ihren ersten richtigen Chancen, Goalie Christoph Riegler nahm Wolf den Ball vom Fuß (25.) und parierte einen Dabbur-Kopfball (27.). Kurz vor dem Pausenpfiff musste sich der 26-Jährige aber doch erstmals geschlagen geben – wegen eines Missverständnisses. Pak verlängerte eine Yabo-Ecke unmittelbar vor dem herausfliegenden Riegler und der goldrichtig stehende Schlager vollendete aus kürzester Distanz.

Nach Wiederbeginn trauten sich die Hausherren etwas mehr zu und hätten auch neuerlich in Führung gehen können. Nach einem Konter und einer idealen Pak-Hereingabe schoss Daniel Luxbacher am Fünfer in die Wolken, anstatt ins leere Tor (51.). In der Folge hatte der Meister, bei dem erstmals in der laufenden Ligasaison Alexander Walke das Tor hütete, ein klares Chancenübergewicht. Dabbur schoss daneben (57.) und Andreas Ulmer hatte bei einer Direktabnahme mit einem Lattentreffer Pech (65.).

Gulbrandsen trifft bei Comeback

Das leistungsgerechte 1:2 war nur aufgehoben. Eine Minute später konnte der starke Riegler zwar vor Schlager retten, war gegen den Abstauber von Wolf aber machtlos. Dabbur (84.), Gulbrandsen (91.), der in der Schlussphase nach langer Verletzungspause zu seinem Comeback kam, und Takumi Minamino (95.) hätten noch erhöhen können. Das 1:3 fiel schlussendlich mit der letzten Aktion. Nach Wolf-Vorlage bezwang Gulbrandsen den chancenlosen Riegler mit einem cleveren Schupfer. St. Pöltens Erfolgsserie endete nach zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage. (APA, red – 15.9. 2018)

Bundesliga, 7. Runde:

SKN St. Pölten – Red Bull Salzburg 1:3 (1:1). St. Pölten, NV Arena, 5.511, SR Heiß.

Tore: 1:0 (25.) Pongracic (Eigentor), 1:1 (45.) X. Schlager, 1:2 (66.) Wolf, 1:3 (97.) Gulbrandsen

St. Pölten: Riegler – Ingolitsch, Meisl, Luan, Drescher, Haas – Fountas, Mislov, R. Ljubicic (69. Balic), D. Luxbacher (85. Ouedraogo) – Pak (74. Gartler)

Salzburg: Walke – Todorovic, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Samassekou, Haidara (85. Mwepu), X. Schlager – Wolf, Dabbur (89. Gulbrandsen), Yabo (71. Minamino)

Gelbe Karten: Ingolitsch, Gartler, Haas bzw. Ramalho, Samassekou, Pongracic, Mwepu

Stimmen

Dietmar Kühbauer (St.-Pölten-Trainer): "Der Ausgleichstreffer mit dem Pausenpfiff hat uns nicht in die Karten gespielt. Dadurch hat das Spiel praktisch zur Pause wieder bei 0:0 begonnen. Es war klar, dass man Salzburg nicht völlig ausschalten kann in der Offensive. Es ist schade, dass es nicht für einen Punkt gereicht hat, aber die Spieler können trotzdem mit der Leistung sehr zufrieden sein. Die Partie war bis zum Schluss eigentlich offen. Was mich gestört hat, war, dass wir nach dem Führungstor nicht noch engagierter nach vorne gespielt haben. Wir haben auch nach der Pause einige Pässe nicht so gespielt, wie ich mir das gewünscht hätte, aber es ist auch wahnsinnig schwer gegen eine Mannschaft wie Salzburg, die so dominant spielt. Es ist klar, dass gegen so einen starken Gegner irgendwann auch Fehler passieren, die zu Gegentoren führen."

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Es war ein hitziges Spitzenspiel. Es war sehr wichtig, dass wir gewonnen haben, weil es ein sehr schwieriges Spiel war. St. Pölten hat uns alles abverlangt, es war ein gutes Spitzenspiel von beiden Mannschaften. Wir haben es verabsäumt, den Sack früher zuzumachen. Beide Teams stehen zurecht in der Tabelle dort, wo sie stehen. Es ist wichtig für einen Stürmer (Anm.: Gulbrandsen), wenn er im ersten Spiel nach einer Pause mit einem Tor nach Hause fahren kann, es ist auch wichtig für die Mannschaft, dass er wieder zur Verfügung steht."

Ticker-Nachlese:

Salzburg stoppt St. Pöltner Erfolgslauf

Spielberichte:

2:3: Sturm dreht Spiel bei Admira in Überzahl

2:1: Hartberg schockt Schlusslicht Altach im Kellerduell spät

  • Salzburg versammelt sich nach dessen Ausgleich zum 1:1 um Xaver Schlager (2. von rechts).
    foto: apa/oczeret

    Salzburg versammelt sich nach dessen Ausgleich zum 1:1 um Xaver Schlager (2. von rechts).

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