Sturm dreht Spiel bei Admira in Überzahl

15. September 2018, 19:08
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Nach vier sieglosen Spielen schießen ausgerechnet drei Ex-Admiraner die Grazer in die Südstadt zum Sieg.

Maria Enzersdorf – Sturm Graz hat nach vier sieglosen Spielen in der Fußball-Bundesliga wieder einen vollen Erfolg gefeiert. Die Grazer drehten am Samstag in Überzahl einen Rückstand gegen die Admira zu einem 3:2-(1:1)-Sieg. Alle Tore wurden dabei von Ex-Admiranern erzielt. Peter Zulj brachte die "Blackys" in Führung (12.). In der Schlussphase sorgten Philipp Hosiner (72.) und Markus Lackner (86.) für den Sieg.

Marin Jakolis schwächte die Admira nach 66 Minuten in Führung liegend durch zwei Gelbe Karten innerhalb von 52 Sekunden selbst. Zuvor hatten Seth Paintsil (24.) und Pyry Soiri (58.) mit ihren jeweils ersten Toren die Niederösterreicher sogar in Führung gebracht.

Perfektes Ligadebüt

Die Gäste gingen mit dem ersten nennenswerten Angriff in Führung. Lackner chippte den Ball auf den Flügel zu Philipp Huspek, der mit seiner Flanke den völlig frei stehenden Zulj fand. Der Teamspieler nahm den Ball aus der Luft und schob überlegt ein. Acht Minuten später reklamierte Lukas Grozurek Elfmeter, weil sein Schuss von Sebastian Bauer mit dem Unterarm zum Eckball geklärt wurde. Schiedsrichter Dieter Muckenhammer ließ in dieser heiklen Situation weiterlaufen.

Der Ausgleich der Niederösterreicher fiel überraschend. Nach einem Sturm-Ballverlust in der Vorwärtsbewegung schaltete Stephan Zwierschitz schnell und bediente Paintsil mit einem Lochpass ideal. Der Ghanaer schob bei seinem Liga-Debüt ohne Mühe ein. Nur Augenblicke zuvor hatte Marin Jakolis die erste Chance der Gastgeber, er scheiterte jedoch aus spitzem Winkel (23.).

Admira dreht das Spiel

Danach nahm die Partie Fahrt auf und die 2.400 Zuseher bekamen gute Gelegenheiten auf beiden Seiten zu sehen. Zunächst versuchte Daniel Toth, Jörg Siebenhandl zu düpieren. Der Grazer Goalie rechnete bei einem Freistoß aus großer Distanz mit einer Flanke, der direkte Versuch von Toth verfehlte das Ziel knapp (31.). Auf der Gegenseite produzierte Bauer beinahe ein Eigentor, die abgefälschte Hereingabe von Otar Kiteishvili strich am Tor vorbei (34.).

Die erste Chance nach Seitenwechsel fanden die Südstädter vor, doch Siebenhandl stellte bei einem Zwierschitz-Kopfball seine Reflexe unter Beweis (50.). Sieben Minuten später war Siebenhandl machtlos. Ein Kopfball des finnischen Angreifers Soiri fand über den Oberschenkel von Dario Maresic den Weg ins Tor (58.).

Sturm schlägt zurück

Jakolis sah innerhalb von 52 Sekunden zurecht zweimal die Gelbe Karte. Dies sollte sich rächen. Eine Kombination von Ex-Admiranern brachte den Ausgleich. Grozurek bediente den rund zwei Minuten zuvor eingewechselten Hosiner ideal, der per Kopf sein zweites Saisontor erzielte (72.).

Mit Lackner versetzte ein weiterer Ex-Admiraner seinem ehemaligen Club mit einem Weitschuss den K.o.-Schlag (86.), womit sich Sturm zumindest vorerst an die vierte Stelle verbesserte. Die Admira rutschte auf Platz elf ab. (APA, 15.9.2018)

Bundesliga, 7. Runde:

FC Admira – SK Sturm Graz 2:3 (1:1).
Maria Enzersdorf, 2.400 Zuschauer, SR Muckenhammer.

Tore: 0:1 (12.) Zulj, 1:1 (24.) Paintsil, 2:1 (57.) Soiri, 2:2 (72.) Hosiner, 2:3 (86.) Lackner

Admira: Leitner – Zwierschitz, Vorsager, Bauer, Scherzer – Toth – Soiri, Hjulmand (46. Bakis), Maier (89. Sahanek), Paintsil (68. Starkl) – Jakolis

Sturm: Siebenhandl – Spendlhofer, Avlonitis (61. Lovric), Maresic – Koch, Lackner, Zulj, Kiteishvili (57. Pink), Schrammel (70. Hosiner) – Huspek, Grozurek

Gelb-Rot: Jakolis (66./Foulspiel)

Gelbe Karten: Maier bzw. Avlonitis, Grozurek

Die Besten: Bauer, Toth bzw. Zulj, Maresic, Huspek

Stimmen

Ernst Baumeister (Admira): "Heute war das ein Selbstfaller. Die ersten 25 Minuten waren wir zu passiv. Nach dem Ausgleich sind wir besser ins Spiel gekommen. Es war ein offenes Match, in dem wir phasenweise sogar besser waren. Ohne den Ausschluss hätten wir nicht verloren. Das Verhalten von Jakolis ist nicht entschuldbar."

Heiko Vogel (Sturm): "Wir sind gut gestartet, haben 1:0 geführt, haben uns dann aber in die Komfortzone zurückgezogen. Die Admira kann gut spielen, wenn man sie lässt. Zu Beginn der zweiten Hälfte waren sie stärker. Dann haben wir das Spiel gedreht. Der Wille war vorhanden. Wenn man gesehen hat, wie erleichtert die Mannschaft nach dem Schlusspfiff war, sieht man, wie wichtig dieser Sieg ist. Es fehlt noch immer die Stabilität. Einige kamen heute mit dem riesigen Druck nicht zurecht."

Ticker-Nachlese:

Salzburg stoppt St. Pöltner Erfolgslauf

Spielberichte:

3:1 in St. Pölten – Salzburg bleibt das Maß der Dinge

2:1: Hartberg schockt Schlusslicht Altach im Kellerduell spät

  • Seth Paintsil traf bei seinem Bundesliga-Debüt...
    foto: apa/hans punz

    Seth Paintsil traf bei seinem Bundesliga-Debüt...

  • ...lieferte sich mit seiner Admira lange einen offenen Kampf gegen Sturm Graz.
    foto: apa/hans punz

    ...lieferte sich mit seiner Admira lange einen offenen Kampf gegen Sturm Graz.

  • Am Ende durften sich aber die Gäste über einen Dreier freuen.
    foto: apa/hans punz

    Am Ende durften sich aber die Gäste über einen Dreier freuen.

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