1,3 Millionen Autos in Deutschland von Diesel-Fahrverboten betroffen

    15. September 2018, 17:54
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    Die stark mit dem gesundheitsgefährdenden Stickoxid belasteten Städte liegen fast ausschließlich in Westdeutschland

    Berlin – Von bereits existierenden oder drohenden Fahrverboten für ältere Diesel sind einem Bericht zufolge mindestens 1,3 Millionen Pkw in Deutschland betroffen. In den 43 am stärksten mit Stickoxid belasteten Städten sind 476.000 Autos mit der Abgasnorm Euro 4 zugelassen, wie die Funke-Zeitungen am Wochenende unter Berufung auf eine Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Grünen-Anfrage berichteten.

    Mit der neueren Abgasnorm Euro 5 fahren in diesen Städten demnach 841.000 Fahrzeuge. Nicht erfasst sind dem Bericht zufolge Diesel-Pkw, mit denen ihre Besitzer aus dem Umland in die Städte fahren. Die Autos mit der älteren Abgasnorm kamen bis Anfang 2011 in den Handel, die neueren bis September 2015.

    Fast ausschließlich Westdeutschland

    Die stark mit dem gesundheitsgefährdenden Stickoxid belasteten Städte zwischen Kiel im Norden und Freiburg im Süden liegen außer Berlin ausschließlich in Westdeutschland. Darunter sind Metropolen wie Hamburg, Frankfurt und Stuttgart, wo es bereits Fahrverbote gibt oder bald drohen. In der Hauptstadt Berlin sind nach Angaben des Verkehrsministeriums noch 61.213 Euro-4-Diesel sowie 105.653 Diesel mit Euro 5 zugelassen.

    "Nur über eine Hardware-Nachrüstung von Euro-5-Dieseln kann jetzt das Schlimmste noch verhindert werden", sagte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer den Funke-Zeitungen. Er forderte den deutschen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf, die Autohersteller über Strafen oder einen verpflichtenden Rückruf der Autos zur Kooperation bei der Hardware-Nachrüstung zu zwingen. Der Minister "ist nicht auf die freiwillige Beteiligung der Hersteller angewiesen, wie er immer wieder gerne ausführt", so Krischer.

    Eine Übernahme der Kosten bei der Hardware-Nachrüstung würde die Konzerne nach Ansicht des Grünen-Politikers nicht überfordern: "Wer im letzten Jahr mehr als zehn Milliarden Euro Gewinn gemacht hat, kann auch eine Hardware-Nachrüstung stemmen. Alles andere kann man dem Steuerzahler nicht vermitteln." (APA, 15.9.2018)

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