Militärintervention in Venezuela nicht ausgeschlossen

    15. September 2018, 10:55
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    Die Organisation Amerikanischer Staaten verschärft die Rhetorik. Drei ausländische Journalisten wurden in Venezuela festgenommen

    Caracas – Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat angesichts der Krise in Venezuela einen gewaltsamen Sturz der dortigen Regierung ins Spiel gebracht. "Hinsichtlich einer Militärintervention zum Sturz des Regimes von Nicolás Maduro denke ich, dass wir keine Option ausschließen sollten", sagte OAS-Generalsekretär Luis Almagro am Freitag bei einem Besuch in Kolumbien. Maduros Regierung missachte die Menschenrechte und habe "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" begangen.

    Angesichts des Leids der Menschen in Venezuela und der Massenflucht aus dem Land müsse in erster Linie eine diplomatische Lösung angestrebt werden, "aber wir sollten keine Maßnahme ausschließen", sagte Almagro. Der frühere uruguayische Außenminister bezeichnet die Regierung in Caracas als "Diktatur". Maduro lehne Hilfslieferungen aus dem Ausland ab und nutze die Armut, den Hunger und den Mangel an Medikamenten, um dem Volk "seinen politischen Willen aufzuzwingen".

    Almagro war nach Kolumbien gereist, um sich dort ein Bild zu machen von der Lage der venezolanischen Flüchtlinge. Nach UN-Angaben sind seit 2015 etwa 1,6 Millionen Menschen aus Venezuela geflohen, die meisten in Staaten in der Region. Allein das Nachbarland Kolumbien gewährte mehr als 800.000 von ihnen einen befristeten Aufenthalt.

    Drei ausländische Journalisten verhaftet

    In Venezuela sind drei ausländische Journalisten vorübergehend festgenommen worden. Die Briten Barnaby Green und Dan Rivers seien am Freitag zusammen mit ihrer argentinischen Kollegin Laura Saravia bei der Ausreise an der Grenze zu Kolumbien festgenommen und acht Stunden lang von der Nationalgarde festgehalten worden, teilte die venezolanische Journalistengewerkschaft SNTP mit.

    Das Reporterteam ist den Angaben zufolge inzwischen wieder frei. SNTP zufolge hatten die Journalisten drei Tage lang für "Reportagen über den Tourismus" recherchiert. Laut ihren Profilen in sozialen Netzwerken arbeiten alle drei für die britische TV-Produktionsfirma ITN. Rivers war demnach zuvor als CNN-Korrespondent in London und Bangkok tätig. Saravia arbeitete für die Sender BBC und NBC, während Green unter anderem als Kameramann für Sky News in London und Washington im Einsatz war.

    In den vergangenen Jahren waren zahlreiche ausländische Journalisten in Venezuela festgenommen worden, weil sie ohne die erforderliche Erlaubnis in dem Land arbeiteten. Kritiker werfen Maduro vor, die freie Meinungsäußerung einzuschränken und die Arbeit der Medien zu behindern. Der venezolanische Präsident beschuldigt internationale Medienorganisationen hingegen, Teil einer von den USA gesteuerten Kampagne gegen seine Regierung zu sein. (APA, AFP, red, 15.9.2018)

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