An Brennpunktschulen wird Lernerfolg aller Schüler geringer

    14. September 2018, 13:39
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    Nicht nur jener aus Risikogruppen, zeigt "Integrationsbericht 2018" für Wien – Wien als Ballungsraum mit besonders vielen Brennpunktschulen

    Wien – An so genannten Brennpunktschulen fällt Lernen nicht nur Kindern aus Risikogruppen schwer. Auch Kinder mit guten Lernvoraussetzungen schneiden an Standorten mit sozioökonomisch schwieriger Schülerklientel schlechter ab, zeigt der "Integrationsbericht 2018". An einer Wiener Volksschule ohne besondere Herausforderung haben deutschsprachige Kinder bildungsaffiner Eltern ein Risiko von fünf Prozent, schlecht Lesen und Schreiben zu lernen. An einer Brennpunktschule sind es 25.

    Auch auf Kinder mit schwierigeren Lernvoraussetzungen (Migrationshintergrund, andere Alltagssprache als Deutsch, Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss und geringer beruflicher Position) hat der Besuch einer Brennpunktschule negative Auswirkungen: Schon in einer Volksschule mit geringen Herausforderungen liegt das Risiko, die Volksschule mit geringer Lese- und Schreibkompetenz zu verlassen, für solche Schüler bei 45 Prozent. An einer Brennpunktschule (u.a. viele Schüler aus sozialen Minderheiten, niedriger sozioökonomischer Status der Familien, schwache Schulleistungsergebnisse) steigt das Risiko sogar auf 85 Prozent, wie die im "Integrationsbericht" veröffentlichten Daten des Wiener Stadtschulrats zeigen.

    Soziale Benachteiligung

    In Wien ist der Anteil an Schulen mit "sozialer Benachteiligung" – wie generell in Ballungsräumen in allen Bundesländern – verhältnismäßig hoch: So haben laut dem "Index der sozialen Benachteiligung", der regelmäßig mit den Bildungsstandard-Tests erhoben wird, 57 Prozent der Volksschulen in Wien eine "sehr hohe" bzw. "hohe" Belastung (35 beziehungsweise 22 Prozent). Österreichweit sind es 20 Prozent (je zehn Prozent pro Kategorie).

    Noch größer wird die Kluft, wenn man die Neuen Mittelschulen (NMS) vergleicht: Hier fallen in Wien 78 Prozent in diese Kategorien (66 Prozent "sehr hohe", 12 Prozent "hohe" Belastung), im Österreich-Schnitt sind es 22 Prozent (15 beziehungsweise sieben Prozent). An den Gymnasien ist der Anteil an Brennpunktschulen – wenig überraschend – deutlich kleiner: 26 Prozent in Wien (12 beziehungweise 14 Prozent) stehen acht Prozent (drei "sehr hoch" beziehungsweise fünf Prozent "hoch belastet") in Österreich gegenüber. (APA, 14.9.2018)

    • Der Lernerfolg hängt auch vom Lernumfeld ab. Sozial benachteiligte Schule geraten hier leicht unter Druck,
      foto: image / jochen tack

      Der Lernerfolg hängt auch vom Lernumfeld ab. Sozial benachteiligte Schule geraten hier leicht unter Druck,

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