Start-ups, die Uno und ein Business Angel gegen den Weltuntergang

13. September 2018, 16:31
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Bei einem Vernetzungstreffen in Wien bekennt sich Wirtschaftsministerin Schramböck zu einer Deklaration, um Hunger und Armut zu bekämpfen

Wien – Bis 2030 das Leben von einer Milliarde Menschen nachhaltig verbessern, so lautet das erklärte Ziel. Durchaus ambitioniert, doch das ist in der Start-up-Szene nicht unüblich. Konkret geht es um die Initiative "1 Million Start-ups" der Wiener Business-Angel Selma Prodanovic. Sie gründete 2015 das Netzwerk, das soziale und auf Nachhaltigkeit bedachte Unternehmen weltweit vernetzen und unterstützen soll.

500 Start-ups aus 65 Ländern zählt das Netzwerk bisher – aus Bereichen wie Umweltschutz, humanitäre Hilfe, Bildung, Gesundheit und Smart City. Viele davon treffen bei der aktuell stattfindenden zweitägigen 1 Million Start-ups Global Conference im Wiener Coworking-Space Wexelerate zusammen. Unter anderem nahmen Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), Vertreter der Vereinten Nationen, Vorstände großer heimischer Unternehmen und Start-ups aus Ländern wie Kenia, Jordanien, Mexiko und Singapur teil.

Agenda 2030

Die Uno verfolgt mit ihrer Agenda 2030 ähnliche Ziele, die sogenannten Sustainable Development Goals (SDG). Dazu zählen das Ende von Armut und Hunger, sauberes Trinkwasser, Reduktion von Ungleichheiten et cetera. Passenderweise eint das Ziel der besseren Welt Parteien wie Prodanovics Initiative und die UN-Entwicklungsorganisation Unido.

Im Zuge der Least Development Countries Conference der Unido, bei der im vergangenen Herbst SDG-Zielsetzungen erarbeitet wurden, präsentierte Prodanovic die sogenannte Global Entrepreneurship Declaration. Um einen Staatsvertrag handelt es sich dabei nicht, mehr um ein Bekenntnis zur Agenda 2030 und den Willen, die Welt zu verbessern.

Wirtschaftsministerin Schramböck unterzeichnete am Donnerstag diese Deklaration und sicherte der Start-up-Szene ihre Unterstützung zu: "Derartige Initiativen und innovative Geschäftsideen sind enorm wichtig und zukunftsweisend, nicht nur für Österreich, sondern die ganze Welt." Die ehemalige Präsidentin des European Business Angel Networks, Candace Johnson, ging etwas weiter. In einer durchaus mit Pathos gespickten Rede meinte sie, dass es noch nie so viele Probleme gab wie momentan und praktisch nur Entrepreneure diese lösen könnten.

Awards im Hintergrund

Zwar werden am Ende der Konferenz in fünf Kategorien Awards vergeben, doch das hat für Veranstalterin Prodanovic Nachrang: "Der Pitch ist bei uns kein Wettbewerb in Silicon-Valley-Manier. Die Erschaffung eines nachhaltigen, langfristig orientierten Netzwerks steht im Zentrum." (and, 13.9.2018)

  • Saitoti Kaloi unterstützt mit seinem Projekt Maasai Duka Frauen in kenianischen Slums und Dörfern, damit diese ihren Schmuck zu fairen Preisen verkaufen können.
    foto: valerie maltseva

    Saitoti Kaloi unterstützt mit seinem Projekt Maasai Duka Frauen in kenianischen Slums und Dörfern, damit diese ihren Schmuck zu fairen Preisen verkaufen können.

  • Wexelerate-Vorsitzende Eveline Steinberger-Kern, Entwicklungsmanagerin von Unido Monica Carco, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), 1-Million-Start-ups-Initiatorin Selma Prodanovic und die ehemalige Präsidentin des European Business Angel Network, Candace Johnson, lächeln einer "hoffentlich besseren Zukunft" entgegen.
    foto: valerie maltseva

    Wexelerate-Vorsitzende Eveline Steinberger-Kern, Entwicklungsmanagerin von Unido Monica Carco, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), 1-Million-Start-ups-Initiatorin Selma Prodanovic und die ehemalige Präsidentin des European Business Angel Network, Candace Johnson, lächeln einer "hoffentlich besseren Zukunft" entgegen.

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