Deutsche Polizei geht gegen Kohlegegner im Hambacher Forst vor

Video13. September 2018, 10:58
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Der Energiekonzern RWE will den Wald für seine Braunkohlekraftwerke roden. Jetzt sollen die Baumhäuser der Besetzer geräumt werden

Düsseldorf – Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat am Donnerstag damit begonnen, Baumhäuser im von Braunkohlegegnern seit Jahren besetzten Hambacher Forst zu räumen. Aufgrund der von Aufsichtsbehörden festgestellten Brandschutzmängel würden Baumhäuser geräumt und entfernt, sagte ein Sprecher der Polizei Aachen am Donnerstag.

Entsprechende Aufforderungen seien an die Bewohner der Baumhäuser ergangen, berichteten Augenzeugen. Von den Umweltaktivisten errichtete Barrikaden würden bereits geräumt, um an die Baumhäuser zu gelangen. Die Polizei sei mit massiven Einsatzkräften sowie Räumpanzern und Wasserwerfern vor Ort.

Am Montag war ein Treffen zwischen Umweltverbänden und dem Energiekonzern RWE ohne eine Einigung verlaufen. RWE will den Wald ab Mitte Oktober roden, um die Stromerzeugung in den benachbarten Braunkohlekraftwerken weiterzubetreiben.

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Symbol gegen Kohle

Der Wald ist zum Symbol der Auseinandersetzung um die weitere Kohleverstromung geworden, die Umweltschützer wegen des hohen Ausstoßes an klimaschädlichen Kohlendioxid seit Jahren bekämpfen. Bei Polizeieinsätzen im Hambacher Wald war es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Gewalt gekommen.

Das rheinische Braunkohlerevier, in dem sich der Hambacher Forst befindet, ist das mit den höchsten Treibhausgasemissionen Europas. Greenpeace, Deutscher Naturschutzring (DNR) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) hatten von RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz gefordert, die Rodungen auszusetzen, bis die derzeit in Berlin tagende Kohlekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat. Sie soll einen verbindlichen Zeitplan für das Ende der Kohleverstromung festlegen. RWE hatte dabei nach ihren Angaben vor, erst ab dem letzten geplanten Sitzungstag der Kohlekommission am 15. Dezember mit den Fällarbeiten zu beginnen. Jedoch hätten die Verbände die Rodung des Waldes unmittelbar und öffentlich akzeptieren sollen.

RWE hatte nach eigenen Angaben eine erneute Prüfung angeboten, ob der Rodungsbeginn auf Mitte Dezember verlegt werden könnte. Das sei der theoretisch spätestmögliche Termin. Nun will der Konzern aber schon Mitte Oktober mit den Rodungen beginnen. (Reuters, 13.9.2018)

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