Inbox: Google dreht seinen alternativen Gmail-Client ab

    13. September 2018, 09:01
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    Das Ende kommt mit März 2019 – Viele Features mittlerweile bei Gmail übernommen

    Als Google im Oktober 2014 erstmals Inbox der Öffentlichkeit präsentierte, war man hoffnungsfroh: Die Zukunft der E-Mail-Clients hoffte man hier geschaffen zu haben. Und tatsächlich konnte die Software mit einigen interessanten Konzepten aufwarten, die ihr eine eingeschworene Fan-Schar verschaffte. Die breite Masse konnte man hingegen nie für Inbox begeistern, und so kommt nun, was sich in den letzten Monaten bereits abzeichnete.

    Aus und vorbei

    Inbox wird mit März 2019 eingestellt. In einem Tweet bestätigte Google am Mittwochabend ein paar Stunden zuvor aufgetauchte Gerüchte. Inbox habe geholfen "E-Mail besser zu machen", betont Google. So habe man viele der dort ausprobierten Features mittlerweile bei Gmail übernommen. Nun sei es aber an der Zeit, sich ganz auf Gmail selbst zu konzentrieren. Google verweist dabei auch auf einen Support-Eintrag, der den betroffenen Nutzern beim Wechsel zurück auf Gmail helfen soll.

    Diese Ankündigung sorgte rasch für empörte Reaktionen bei jenen, die Inbox noch nutzen. Immerhin stimmt es zwar, dass mittlerweile einige der zentralen Funktion – etwa das Snoozen von Mails – in Gmail übernommen wurden, aber längst nicht alle. So verfolgt Inbox grundlegend ein etwas anderes Konzept, indem der Maileingang als eine Art TODO-Liste betrachtet wird, die Nutzer abhandeln wollen. So werden hier auch Reminder angezeigt, und es gibt die Möglichkeit einzelne Nachrichten anzupinnen, damit sie prominent positioniert bleiben. Beides Dinge, die bei Gmail fehlen.

    Bundles

    Eine weitere beliebte Innovation von Inbox sind die Bundles, die mehrere Mails zu ähnlichen Themen – also Einkäufe oder Newsletter – übersichtlich zusammenfassen. Gmail bietet zwar auch eine Gruppierung nach solchen Kategorien, dies aber lediglich in Tabs und nicht auf einen Blick direkt im zentralen Maileingang. Gegenüber The Verge betont das Unternehmen, dass die Bundles in Zukunft auch bei Gmail übernommen werden sollen. Einen konkreten Zeitraum nennt man dabei allerdings nicht.

    Die Einstellung von Inbox bedeutet auch, dass bei Google offenbar ein Umdenken stattgefunden hat. Als vor einigen Monaten die neue Oberfläche für Gmail präsentiert wurde, hatte man noch betont, dass Inbox als Experimentierfeld für neue Features erhalten bleiben sollte. Was folgte, zeigte aber eine ganz andere Richtung: Seitdem wurden nach und nach immer mehr gewohnte Inbox-Features gestrichen. (apo, 13.9.2018)

    • Das Experiment ist vorbei: Google stellt Inbox ein.
      grafik: google

      Das Experiment ist vorbei: Google stellt Inbox ein.

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