Für den Karrieresprung ins Ausland

    15. September 2018, 09:00
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    Das Netzwerk Internations hat in einer Studie untersucht, warum Menschen für ihren Beruf wegziehen – und daraus Typen erstellt

    Um die Karriere voranzutreiben? Für ein besseres Gehalt? Oder schlichtweg, um ein Abenteuer zu wagen? Im Rahmen einer jährlichen Studie hat das Netzwerk Internations erhoben, warum Menschen beruflich ins Ausland gehen. Befragt wurden insgesamt rund 18.000 sogenannte Expatriates aus insgesamt 187 Ländern per Onlinefragebogen. Das Ergebnis: Am häufigsten ziehen Arbeitnehmer aufgrund besserer Karrierechancen und einer höheren Lebensqualität in ein anderes Land.

    Unter den österreichischen Befragten sieht es etwas anders aus: Ein Fünftel teilt Internations in die Kategorie "Karrieremenschen" ein, weitere 18 Prozent in die der "Entdecker", ein überdurchschnittlich hoher Anteil (weltweit: zwölf Prozent). 14 Prozent der österreichischen Expatriates wurden wiederum von ihrem Arbeitgeber ins Ausland versandt. Sogenannte "Optimierer", die wegen einer besseren Lebensqualität ins Ausland ziehen, sind in Österreich mit elf Prozent seltener vertreten als im weltweiten Durchschnitt (16 Prozent). Zehn Prozent gingen für die Liebe in ein anderes Land. Weitere neun Prozent sind Mitreisende und sieben Prozent Studierende, die im Ausland eine Universität besuchen. Der Rest sind Reisende oder Pensionisten.

    Die fünf größten Gruppen im Detail:

    Die "Karrieremenschen" wollen beruflich weiterkommen. Diese Expatriates sind überdurchschnittlich gut gebildet: Zehn Prozent haben promoviert, 45 Prozent einen Master oder einen vergleichbaren Abschluss, 33 Prozent einen Bachelor. Karrieremenschen arbeiten im Schnitt 44,7 Stunden die Woche (Vollzeit) und sind damit etwas fleißiger als der globale Durchschnitt der Expatriates (44 Stunden). Drei von fünf meinen, dass sie im Ausland mehr verdienen als bei einem ähnlichen Job zu Hause.

    Die "Entdecker" gingen aus Lust auf Abenteuer weg oder weil sie in einem bestimmten Land oder in einer gewissen Stadt leben wollen. Sie scheinen sich schneller als andere Expatriates in ihrer neuen Heimat einzuleben: Fast drei Viertel fühlen sich dort bereits zu Hause. Das liegt möglicherweise auch daran, dass es ihnen vergleichsweise leicht fällt, neue Freunde zu finden. "Entdeckern" ist eine gute Work-Life-Balance besonders wichtig. Sie verbringen durchschnittlich 42,4 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz und damit weniger als der globale Durchschnitt der Expats.

    Die "Entsandten" wurden vom Arbeitgeber ins Ausland geschickt. Nur zwei von fünf "Entsandten" geben an, dauerhaft im neuen Land bleiben zu wollen. Vermutlich auch deshalb fühlt sich fast ein Viertel dort noch nicht zu Hause, 17 Prozent vermuten sogar, dass dies nie der Fall sein wird. Vielleicht haben sie auch Schwierigkeiten, sich einzuleben, weil sie ihren Partner oder ihre Partnerin vermissen: Mehr als jeder Fünfte lebt nicht im selben Land wie er oder sie.

    Die "Optimierer" sind unter den österreichischen Expatriates wenig überraschend seltener vertreten. Diese Gruppe ist auf der Suche nach einer besseren Lebensqualität (60 Prozent) weggezogen, wobei darunter auch Kriterien wie das Wetter fallen. 28 Prozent der Optimierer geben an, dass finanzielle Gründe ausschlaggebend für sie waren, um wegzuziehen, für zwölf Prozent waren es politische oder auch die persönliche Sicherheit.

    Die "Romantiker" sind für die Liebe umgezogen. Die Arbeitssuche gestaltet sich für sie, wie die Internations-Umfrage zeigt, oft schwierig: Zwölf Prozent sind derzeit auf Arbeitssuche. 34 Prozent der Romantiker sind mit ihren Karrierechancen unzufrieden. (lib, 15.9.2018)

    • Die meisten Österreicher und Österreicherinnen, die für den Job ins Ausland ziehen, tun dies aufgrund besserer Karrierechancen. Auch ihr Gehalt sei besser als im Heimatland, sagen diese Arbeitnehmer.
      foto: getty images

      Die meisten Österreicher und Österreicherinnen, die für den Job ins Ausland ziehen, tun dies aufgrund besserer Karrierechancen. Auch ihr Gehalt sei besser als im Heimatland, sagen diese Arbeitnehmer.

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