"Italien ist nicht aufgewacht"

    11. September 2018, 13:59
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    Vierfachem Weltmeister droht nach verpasster WM nun der Abstieg in der Nations League

    Lissabon/Rom – So hatte sich Italiens Teamchef Roberto Mancini den Neustart der "Azzurri" nach der verpassten WM-Teilnahme nicht vorgestellt. Nach dem enttäuschenden 1:1 zum Nations-League-Auftakt am Freitag im Heimspiel gegen Polen setzte es am Montagabend eine 0:1-Niederlage in Portugal. Ratlosigkeit herrscht deshalb beim vierfachen Fußball-Weltmeister, dem nun sogar der Abstieg in die B-Gruppe droht.

    "Italien ist nicht aufgewacht", titelte die Zeitung "La Gazzetta dello Sport" am Dienstag. "Zu viele Wechsel, und die Ideen fehlen noch", kritisierte "Il Corriere dello Sport". Nach dem Scheitern im WM-Qualifikations-Play-off gegen Schweden im November warten die Fans immer noch auf ein echtes, erlösendes Erfolgserlebnis.

    Mancini, der die Nationalelf erst im Mai übernommen hatte, wechselte nach der Polen-Partie gleich neun Spieler in der Startelf aus und schickte auch einen Neuling aufs Feld – markante Verbesserungen im Vergleich zur vorigen Woche traten trotzdem nicht ein. Die bisherige Bilanz des neuen Coachs sieht dementsprechend düster aus: ein Sieg, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen, bei einem Torverhältnis von 5:7. Dazu blieb die "Squadra" unter Mancini noch nie ohne Gegentreffer.

    Farblos

    Spielmacher Jorginho wirkte in Lissabon ähnlich farblos wie gegen Polen, als er einen Foulelfmeter zum Ausgleich verwandelt hatte. Mancini wurde kritisiert, dass er den Mittelfeldspieler Manuel Lazzari als rechten Außenverteidiger einsetzte, während der junge dynamische Federico Chiesa in der 4-4-2-Formation als hängende Spitze geopfert worden sei. Ziemlich enttäuschend war auch Lazio-Rom-Torjäger Ciro Immobile, der den genauso glanzlosen Mario Balotelli ersetzt hatte.

    Europameister Portugal hätte dagegen noch mehr als das eine Tor von Andre Silva (48.) erzielen können angesichts der technischen Fehler der Italiener in Abwehr und Mittelfeld. Einzig Stürmer Simone Zaza hatte neben Tormann Gianluigi Donnarumma etliche gute Momente und drängte das Team, sich auf die kommenden Spiele zu konzentrieren. "Dieses Trikot zu tragen, ist eine große Verantwortung. Es ist wahr, dass wir viele junge Spieler haben und in einer Experimentierphase sind, aber wir müssen auf diesem Pfad weitergehen und uns so schnell wie möglich aufrappeln", betonte der 27-Jährige.

    Mancini pries indes die Einstellung seiner Mannschaft. "Ich habe die Niederlage nicht genossen, aber mir gefiel die Lust des Teams, bis zum Ende anzurennen, selbst wenn sie (die Spieler, Anm.) dabei riskierten, ein zweites Tor zu kassieren", sagte der 53-Jährige, der den Abstieg aus der Nations-League-Topgruppe A noch abwenden will. "Polen und Portugal haben noch drei Spiele, wir zwei. Lasst uns sehen, was passiert." (APA, 11.9.2018)

    • Italiens Fußball zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
      foto: apa/afp/francisco leong

      Italiens Fußball zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

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