Wien-Museum ab 3. Februar zwecks Umbau geschlossen

    11. September 2018, 13:11
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    Die Highlights der Sammlung touren während der Bauarbeiten unter anderem durch Japan, in Wien wird das Musa Ausweichquartier

    Wien – Der Zeitplan für den Umbau des Wien-Museums nimmt Gestalt an. Am 3. Februar 2019 wird das Haus am Karlsplatz seine Türen für Besucher schließen, um in die Umbauphase zu gehen. Natürlich werden aber nicht gleich die Bagger anrollen, sondern der denkmalgeschützte Haerdtl-Bau erst einmal ausgeräumt und gesichert, so Direktor Matti Bunzl. Mit einer Wiedereröffnung 2022 wäre Bunzl "extrem glücklich". Ob es so schnell gehen wird, hänge vom Gang der europaweiten Ausschreibungen der Bauaufgaben ab. Derzeit liege man aber sehr gut im Zeitplan.

    Die neue Dauerausstellung wird jedenfalls das Berliner Büro Chezweitz gestalten. Es ist derzeit unter anderem mit einer Neukonzeption der Dauerausstellung im Jüdischen Museum Berlin betraut.

    Alle nötigen Bescheide für die Umsetzung erhofft sich Finanzdirektorin Christina Schwarz noch heuer. Im September wird die Ausführungsplanung in Angriff genommen, es folgen die Ausschreibungen. Für die Bauzeit schließlich nimmt sie zwei bis zweieinhalb Jahre an. Die Kosten sind mit 108 Millionen Euro veranschlagt. Zusätzlich zum Dachaufbau wird dem Eingang von Certov, Winkler + Ruck Architekten ein gläserner Pavillon vorgelagert.

    Programm für die kommende Saison

    Konkreter sind natürlich die Pläne zum Programm 2018/19. Auf den 100. Geburtstag der Republik reagiert das Wien-Museum noch im angestammten Haus ab 24. Oktober mit der Fotoausstellung "Die erkämpfte Republik" und auf den eigenen Umzug mit der Querschnittsschau "Gemma, gemma" (ab 7. November). Ansonsten konzentriert sich der Betrieb während der Umbauphase auf eine Aufwertung und Neuaufbereitung der Außenstellen in der Stadt (mittelalterliche Fresken im Haus Tuchlauben 19) und das voriges Jahr eingegliederte Musa. Im Musa werden Ausstellungen zum Trend Selfstorage ("Wo Dinge wohnen, ab 13. Februar) und dem "Roten Wien" (ab 3. Mai) zu sehen sein.

    Für die Wiener Schüler wird während der Umbauzeit eine mobile Ausstellung zur Stadtgeschichte touren. Sie ist für mehrere Altersstufen geeignet und wird in jeder teilnehmenden Schule für ein bis zwei Wochen gratis Station machen. Das Schuljahr 2018/19 ist laut Wien-Museum schon ausgebucht.

    Ende September bereits findet das dritte Vienna Humanities Festival statt, den Reigen an Gesprächen eröffnet US-Historiker Timothy Snyder. Die vier Tage stehen unter dem Motto "Macht und Ohnmacht".

    Japan-Tour

    Aus der Not der vorübergehenden Schließung macht Bunzl eine Tugend: Die Highlights der Sammlung können nun einmal verliehen werden. Die erste Reise führt rund 450 Objekte von Gustav Klimts Porträt von Emilie Flöge über Zeichnungen von Egon Schiele bis hin zu Kunstgewerbe nach Japan. Diese Schau (April bis Dezember) soll Einblick in die Entwicklung Wiens zwischen dem Ende des 18. Jahrhunderts und dem Ersten Weltkrieg geben. Eine Million Besucher werden in Tokio und Osaka erwartet. Der Zeitpunkt fällt gut: 2019 feiert man 150 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Österreich und Japan. (wurm, 11.9.2018)

    • Das Wien Museum "neu" mit dem Dachaufsatz von Certov, Winkler+Ruck Architekten.
      foto: apa/cwr architekten

      Das Wien Museum "neu" mit dem Dachaufsatz von Certov, Winkler+Ruck Architekten.

    • Blick vom "Fugengeschßs" zwischen altem und neuem Baukörper.
      foto: apa/cwr architekten

      Blick vom "Fugengeschßs" zwischen altem und neuem Baukörper.

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