Wiener City-Wohnung kostet im Schnitt über eine Million

    11. September 2018, 11:24
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    26.166 Transaktionen fanden im ersten Halbjahr in Österreich statt, die Preise stiegen dabei nur moderat

    Wien – Die zahlreichen Luxusprojekte im 1. Wiener Bezirk machen sich bemerkbar: 1.097.834 Euro betrug im ersten Halbjahr der durchschnittliche Wohnungspreis in der Inneren Stadt, gemessen an allen verbücherten Transaktionen. Der Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 betrug damit 20,2 Prozent, erhob Immo United im Auftrag des Maklernetzwerks Remax.

    Das teuerste Viertel der City-Wohnungen kostete jeweils mehr als 12.292 Euro pro Quadratmeter. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis gemessen an allen Transaktionen im 1. Bezirk lag bei 9.606 Euro.

    Österreichweite Verteuerung bei einem Prozent

    Der 1. Bezirk ist damit aber sowohl wienweit als auch österreichweit ein Ausreißer. In ganz Österreich fanden im ersten Halbjahr 26.166 Wohnungstransaktionen statt. Das waren 1.006 Einheiten oder vier Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2017. Der durchschnittliche Preis einer Eigentumswohnung legte dabei um ein Prozent von 190.603 auf 192.475 Euro zu, der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 3.045 auf 3.059 Euro.

    Diese vergleichsweise geringen Aufschläge seien insofern bemerkenswert, als dies weniger als die Inflationsrate im selben Zeitraum (plus 2,0 Prozent) und spürbar weniger als die Baukostenindex-Steigerung von 3,7 Prozent sei, heißt es in einer Aussendung vom Dienstag.

    Weniger Erstbezug

    Eine Erklärung liefert man gleich mit: Der Anteil der Erstbezugswohnungen unter allen verbücherten Wohnungen ging signifikant zurück. Im ersten Halbjahr 2018 stammte nur jede fünfte verkaufte Wohnung (20,7 Prozent) von einem Bauträger (Erstbezug nach Neubau oder Generalsanierung), im ersten Halbjahr 2017 war es fast jede dritte (31,7 Prozent). Nach Bundesländern betrachtet gibt es hier starke Schwankungen, der Anteil an verbücherten Erstbezugswohnungen reicht von fünf Prozent (Burgenland) bis 41 Prozent (Vorarlberg). Letzteres ist wohl auch die Erklärung dafür, warum in Vorarlberg der durchschnittliche Wohnungspreis gleich um 14,8 Prozent zulegte.

    Für Erstbezugswohnungen wurden im ersten Halbjahr 2018 durchschnittlich 253.215 Euro bezahlt, 44 Prozent mehr als für gebrauchte Eigentumswohnung. 2017 lag der Preisabstand noch bei 51 Prozent. Auch hier gibt es starke Unterschiede: In Wien liegt der Erstbezugsaufschlag bei 33 Prozent, in Tirol bei 36 Prozent, in Vorarlberg bei 43 Prozent. Am größten ist der Unterschied in Kärnten (65 Prozent) und Niederösterreich (57 Prozent).

    Wiener Preise moderat gestiegen

    In Wien wechselten im ersten Halbjahr 7.790 Eigentumswohnungen den Besitzer, 7,1 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2017 (7.276 Einheiten). Der Gesamtwert dieser Wohnungen lag bei 1,93 Milliarden Euro, was ein Wachstum von 8,5 Prozent bedeutet. Remax spricht hier zwar immer noch von einer "beachtlichen" Steigerung, es sei aber die niedrigste in den letzten fünf Jahren.

    Für eine Wiener Eigentumswohnung lag der durchschnittliche Preis im ersten Halbjahr bei 221.222 Euro und damit 1,1 Prozent über dem ersten Halbjahr 2017. Im Fünfjahresvergleich gab es einen Anstieg von 17,4 Prozent. Ein Viertel aller Wiener Wohnungen kostete weniger als 137.500 Euro, ein weiteres Viertel mehr als 289.389 Euro, die andere Hälfte lag dazwischen.

    Beruhigung im untersten Segment

    Der durchschnittliche Quadratmeterpreis stieg im ersten Halbjahr um 2,1 Prozent, er liegt nun bei 3.771 Euro. Die teuersten 25 Prozent aller in Wien gehandelten Wohnungen hatten einen Quadratmeterpreis von mehr als 4.599 Euro, die günstigsten 25 Prozent kosteten weniger als 2.903 Euro pro Quadratmeter. Diese Grenze verschob sich im vergangenen Jahr nur um 0,8 Prozent nach oben, weshalb Remax-Manager Anton Nenning "erstmals seit langem eine Beruhigung des Wiener Wohnungsmarktes im unteren Preissegment" sieht. Diese "sozial bedeutsame" Preisgrenze wanderte in den letzten fünf Jahren immerhin um 45,2 Prozent nach oben.

    Starker Anstieg im 1. Bezirk

    Nach Bezirken betrachtet gibt es die niedrigsten durchschnittlichen Quadratmeterpreise in Simmering (2.824 Euro), der Brigittenau (3.113 Euro) und Ottakring (3.206 Euro). Drei Bezirke liegen beim Durchschnittspreis über 5.000 Euro, nämlich Mariahilf (5.124 Euro), Alsergrund (5.180 Euro) und natürlich die Innere Stadt mit den eingangs erwähnten 9.606 Euro. (red, 11.9.2018)

    • Hochpreisige Eigentumsprojekte – hier im 4. Bezirk – dominieren den Wiener Markt.
      foto: standard

      Hochpreisige Eigentumsprojekte – hier im 4. Bezirk – dominieren den Wiener Markt.

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