Kontroverse um Serena-Williams-Karikatur

    11. September 2018, 10:32
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    Serena Williams warf dem Schiedsrichter im US-Open-Finale Sexismus vor. Karikaturist Mark Knight fachte die Debatte an

    Wien – Wütend und heulend trampelt Serena Williams auf ihrem Tennisschläger herum. Dieses Element der Karikatur von Mark Knight, die in der konservativen Herald Sun von Verleger Rupert Murdoch erschienen ist, hat einen wahren Kern: Im Finale der US Open, in dem Williams der viel jüngeren Japanerin Naomi Osaka unterlag, wurden Schläger zertrümmert und flossen Tränen. Der Schnuller, den Knight neben dem kaputten Tennisschläger zeichnet, ist freilich hinzugedichtet.

    Williams war im Finale vom Schiedsrichter wegen unerlaubten Coachings verwarnt worden. Als sie nach einem Break ihrer Gegnerin ihren Schläger zertrümmerte, handelte sie sich eine weitere Verwarnung und einen Punktabzug ein. In der Folge bestrafte der Schiedsrichter den Tennisstar mit dem Abzug eines Games – weil Williams die Verwarnungen nicht unkommentiert hinnehmen wollte.

    Rückendeckung und Kritik für Sexismusvorwurf

    Williams beklagte nach dem Finale, dass ihre männlichen Kollegen für wütendes oder emotionales Verhalten so gut wie nie bestraft würden. Sie warf dem Schiedsrichter Sexismus vor –und erntete in den weltweiten Medien Rückendeckung sowie Kritik.

    Dass Knight die 23-fache Grand-Slam-Siegerin als weinendes Baby darstellt, wurde von einer breiten Öffentlichkeit wenig goutiert. Kritiker, darunter Joanne K. Rowling und die Tochter von Martin Luther King, bemängeln, dass die Karikatur von rassistischen Stereotypen Gebrauch mache und an Little Black Sambo erinnere – das Kinderbuch hatte zu heftigen Rassismusdebatten im vergangenen Jahrhundert geführt.

    Auch daran, dass US-Open-Siegerin Osaka scheinbar als Weiße dargestellt wird, stießen sich Nutzer in den sozialen Medien.

    Die Herald Sun verteidigte die Karikatur. Sie habe mit Geschlecht und Hautfarbe nichts zu tun, twitterte die größte Zeitung Australiens. Karikaturist Knight wies jede böse Absicht von sich. Es gehe lediglich um das Verhalten der Spielerin. Er habe auch den australischen Skandalprofi Nick Kyrgios schon karikiert. (luis, 11.9.2018)

    • Kritiker werfen der Karikatur von Mark Knight Rassismus vor.
      foto: apa/afp/herald sun/mark knight

      Kritiker werfen der Karikatur von Mark Knight Rassismus vor.

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