Tödliche Verletzungen: E-Scooter-Unfälle steigen immer weiter an

    9. September 2018, 11:18
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    Leihscooter sind in Großstädten im Trend – auch in Wien wollen erste US-Start-Ups einsteigen

    E-Scooter sind aktuell weltweit im Trend. Vor allem in Großstädten schätzen Nutzer sie, da sie im Gegensatz zu Fahrrädern flexibler, kleiner und leichter sind. Auch in Österreich plant nun das US-Start-Up Lime Fuß fassen und seine Leihtretroller in Wien an den Markt bringen. Diese gehören mittlerweile aufgrund ihrer Häufigkeit in San Francisco und in Los Angeles zum Straßenbild. Doch, wie die "Washington Post" berichtet, hat das zum Teil verheerende Konsequenzen.

    Immer mehr Unfälle

    So soll allein im Sommer in der kalifornischen Kleinstadt Santa Monica die Feuerwehr auf 34 schwere Unfälle mit E-Scootern reagiert haben. Ein Arzt, welcher die Notfallaufnahme in einem Krankenhaus in San Francisco leitet, erzählte der Zeitung, dass er pro Woche etwa zehn schwere Verletzungen mit E-Scootern miterlebt. Auch in anderen Städten sei die Anzahl der Unfälle seitdem Marktstart von Leihscootern laut dem befragten Krankenhauspersonal massiv angestiegen – offizielle Daten gibt es aber noch keine.

    Gesetzlich kaum reguliert

    Unterdessen wächst die Branche massiv und zieht große Investments von Uber und Googles Mutter Alphabet an. Das Problem sei jedoch, so Experten, dass es sich bei E-Scootern in den USA genauso um motorisierte Fahrzeuge handle wie bei E-Bikes oder Motorrädern, sie aber trotzdem gesetzlich kaum reguliert sind. So würden sie zum Teil schlecht gewartet werden – zudem gebe es keine Helmpflicht.

    In Kalifornien betreibt eines der größten Start-Ups, Bird, Lobbyarbeit, um die Einführung einer solchen zu verhindern. Die Nutzerlizenzverträge verhindern zudem, dass Verletzte effektiv klagen können. Auch würden große mechanische Probleme, die ein Leihscooter hat, erst durch Nutzer entdeckt werden, da keine ausreichende Wartung zur Verfügung steht. Dieser reaktive statt vorbeugende Ansatz ist Experten zufolge gerade im Verkehr gefährlich.

    In Österreich gleiche Vorschriften wie Fahrräder

    Die Lage hat in den USA dazu geführt, dass sich bereits erste Betroffene gefunden haben, die womöglich eine Sammelklage einreichen möchten, etwa der 47-jährige John M. Sein Leihscooter von Bird ließ sich nicht mehr bremsen und beschleunigte unkontrolliert, bis er stürzte und mit dem Gesicht am Boden landete. Er wurde schwer verletzt. Die Zeit, in der er ohnmächtig am Boden lag, musste er später dem Unternehmen bezahlen, da er den Scooter noch ausgeliehen hatte.

    In Österreich können E-Scooter mit einer Geschwindigkeit unter 25 km/h und maximal 600 Watt Motorleistung wie Fahrräder genutzt werden. Das Tragen eines Helmes wird empfohlen, ist aber optional. Auch müssen Radwege bzw. Straßen genutzt werden. (red, 9.9.2018)

    Update, 1.10.: Für E-Scooter, die unter die Fahrradregelung fallen, gilt keine Helmpflicht. Dies wurde korrigiert.

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      E-Scooter werden zu einer immer größeren Gefahr für den Straßenverkehr.

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