Neue Wiener Eventhalle für 20.000 Gäste fix, Standort offen

    Video6. September 2018, 17:39
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    Die Halle soll eine "sinnvolle Ergänzung zur Stadthalle" für Konzerte und Großevents sein, ist aber nicht für Vereine vorgesehen. Der Fernbusterminal soll nicht zum Verteilerkreis kommen

    Wien – Es war die erste Klausur der Wiener Stadtregierung unter Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), die am Mittwoch im Rathaus über die Bühne ging. Es war gleichzeitig aber auch das erste Arbeitsmeeting der Wiener Spitze nach der Rücktrittsankündigung von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne), die sich bis spätestens Mitte 2019 zurückziehen will. Beide bekräftigten nach dem Termin jedenfalls, die rot-grüne Koalition fortführen zu wollen.

    Präsentiert wurden weitere Details zu bereits bekannten Projekten. So soll eine geplante neue Multifunktionshalle in Wien 18.000 bis 20.000 Besucher fassen und eine "sinnvolle Ergänzung zur Stadthalle" darstellen, wie Ludwig erläuterte. Der genaue Standort steht noch nicht fest. Geprüft werden soll auch, ob sich ein privates Unternehmen an dem Großvorhaben beteiligt. Eine "entscheidungsreife Grundlage" soll bis Ende des Jahres erarbeitet werden, sagte Ludwig.

    Arena für Konzerte und Sportgroßveranstaltungen

    Die riesige Mehrzweckarena, die mit ihrem Fassungsvermögen die Stadthalle in den Schatten stellen würde, ist für Konzerte und Sportgroßveranstaltungen gedacht – aber nicht für den Vereinssport, wie Ludwig auf Nachfrage ausführte.

    Im März, als der Wiener SPÖ-Chef sein Vorhaben nach einer Klausur der Wiener Roten erstmals vorstellte, wurden mit der Multifunktionsarena noch ganz andere Ziele verfolgt. So sollten auch jene Vereine von der mehrfach zu nutzenden Halle profitieren, die nicht immer im Fokus stehen. Vor allem Vertreter von Ballsportarten bemängeln seit längerem, keine adäquate Halle in Wien zu haben. Im März sorgte sich Vassilakou noch über die Finanzierung der Arena: "Vor allem Projekte wie die angekündigte Mehrzweckhalle bereiten mir Unbehagen", erklärte sie damals.

    Kein Fernbusterminal beim Verteilerkreis

    Beim seit Jahren in der Luft hängenden Thema Fernbusterminal einigten sich Ludwig und Vassilakou darauf, diesen definitiv nicht auf dem Verteilerkreis Favoriten zu errichten. Diesen Standort präferierte Vassilakou – auf Basis einer Studie, die den Verteilerkreis als am besten geeignet klassifiziert hatte. Aufgrund des Widerstands des Bezirks sei dieser Standort aber ausgeschieden.

    Viele Optionen gibt es nicht mehr: Zuletzt waren neben Favoriten nur noch die Waldmanngründe beim Hauptbahnhof oder der schon sehr in die Jahre gekommene Busterminal Erdberg im Gespräch. Ludwig bekräftigte aber, dass noch weitere Locations denkbar seien. Eine Entscheidung soll bis spätestens Ende des Jahres getroffen werden.

    Vorgezogene Wahlen vorerst kein Thema

    Neuwahlspekulationen wiesen sowohl Ludwig als auch Vassilakou zurück. Die Spitzenkandidatensuche der Grünen beeinflusse die von der Stadtregierung verfolgten Projekte nicht, sagte Vassilakou. Auch Ludwig würde gern offene Punkte abarbeiten – und "nicht ständig aus persönlichen oder parteipolitischen Gründen wählen". Vor dem regulären Termin 2020 zu wählen, davon halte Ludwig wenig. Voraussetzung sei, dass sich auch Vassilakous Nachfolger zum rot-grünen Koalitionspakt bekenne. (David Krutzler, 6.9.2018)

    • Michael Ludwig und Maria Vassilakou bei ihrer ersten gemeinsamen Stadtregierungsklausur.
      foto: christian fischer

      Michael Ludwig und Maria Vassilakou bei ihrer ersten gemeinsamen Stadtregierungsklausur.

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