Wie Fett beim Abnehmen helfen kann

    7. September 2018, 04:18
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    Forscher konnten beobachten, dass die lange, nicht-kodierende Ribonukleinsäure H19 vor Übergewicht schützt

    Der Mensch und andere Säugetiere haben zwei verschiedene Fettdepots: weißes und braunes Fettgewebe. Weiße Fettzellen sind jene, das man meistens loswerden will – sie speichern Fett und zeigen sich primär an Bauch, Gesäß und Oberschenkeln. Bei erhöhtem Energiebedarf kann der Körper auf diese Depots zurückgreifen. Braunes Fett hingegen verbrennt Energie und setzt Wärme frei. Aus diesem Grund sind Babys mit viel braunem Fettgewebe ausgestattet.

    "Das braune Fettgewebe wurde als Möglichkeit identifiziert beim Abnehmen zu helfen, weil es große Mengen an Kalorien verbrennen kann" erklärt Elena Schmidt vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung in Köln. Das größte Problem: Mit dem Älterwerden nimmt die Anzahl der braunen Fettzellen stetig ab. Eine Wiederaktivierung kann zwar durch Kälte oder Medikamente eingeleitet werden, die Arzneimittel wirken allerdings selten spezifisch für das Gewebe oder haben starke Nebenwirkungen.

    Väterliche Gene fördern Übergewicht

    Forscher vom Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, dem Klinischen Institut für Labormedizin der Med-Uni Wien und der Syddansk Universität im dänischen Odense haben sich nun einen bislang wenig erforschten Aspekt in braunen Fettzellen gewidmet – den langen, nicht-kodierenden Ribonukleinsäuren (LncRNAs). Konkret fanden sie heraus, dass die LncRNAs H19 eine wichtige Rolle bei der Ausbildung und Funktion der braunen Fettzellen übernimmt.

    In Mäuseversuchen konnten die Forscher zeigen, dass eine hohe Aktivität von H19 die Tiere vor der Entwicklung von Übergewicht schützte. "Wir waren überrascht zu sehen, dass die Tiere mit hoher H19 Aktivität selbst mit einer fettreichen Ernährung kaum zunahmen", berichten die Studienautoren.

    Darüber hinaus entdeckten die Wissenschafter noch eine weitere Besonderheit: H19 kontrolliert eine sehr seltene Klasse von Genen, die im Gegensatz zu den meisten Genen im Menschen und der Maus nur von einem Elternteil vererbt werden. "Ein Resultat unserer Forschung war, dass wir beobachten konnten, dass väterliche Gene eher zu Fettleibigkeit führen, während ihre mütterlichen Gegenspieler dafür sorgen, dass die Nachkommen schlank bleiben" so Kornfeld. (red, 7.9.2018)

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