60 Millionen Euro für Bauern als Unterstützung nach Dürreschäden

Video6. September 2018, 08:02
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Finanzielle Soforthilfen, Aufforstungsprogramme und höhere Zuschüsse für Versicherungsprämien sollen die Landwirte unterstützen

Wien – Trockenheit, Hitze und Dürre haben den heimischen Landwirten und Viehzüchtern diesen Sommer schwer zugesetzt. Die Schadenshöhe liegt laut der Hagelversicherung im dreistelligen Millionenbereich. Der Staat springt ein. 60 Millionen Euro werden jetzt als Sofortunterstützung bereitgestellt – für Direktbeihilfen, Wiederaufforstungsprogramme und höhere Zuschüsse auf Versicherungsprämien.

Laut Ö1-"Morgenjournal" gibt es einmalige Direkthilfen in der Höhe von 20 Millionen Euro für von der Dürre betroffene Bauern. Der Betrag kommt etwa 20.000 Betrieben in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Teilen Niederösterreichs zugute. Besonders Viehzüchter dürften profitieren, da viele Tiere wegen Futtermangels geschlachtet oder verkauft werden mussten. Finanziert würden die Hilfen je zur Hälfte von Bund und Land.

foto: apa

"Es muss rasche unbürokratische Hilfe zur Verfügung gestellt werden, um die Mischwälder wieder aufzuforsten und die Landwirte zu unterstützen", sagte Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) im "Morgenjournal".

Weg von Monokultur

Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) möchte sich von Monokulturen wegbewegen und hin zu klimafitten Mischwäldern mit stärkeren Resistenzen. Vor allem weil man noch nie mit einer derart starken Borkenkäferplage zu kämpfen gehabt habe wie heuer. Weitere 20 Millionen Euro sollen deshalb in ein staatliches Wiederaufforstungsprogramm laufen.

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Landwirte bekommen Millionenunterstützung

Als dritter Punkt soll eine Versicherungsoffensive gestartet werden. Bei Elementarrisiko-Versicherungen wie für Dürre und Hagel zahlt der Staat bereits jetzt die halbe Prämie. Dieser Zuschuss soll laut Köstinger auf 55 Prozent erhöht werden. Eine Tierausfallversicherung, bei der der Staat ebenso 55 Prozent übernimmt, solle ebenso eingeführt werden. Dieses Paket beläuft sich ebenfalls auf 20 Millionen Euro.

Zudem sollen aufgrund der Ausnahmesituation Kredite leichter gestundet werden können. "Die Laufzeit von Krediten kann um ein Jahr verlängert werden", heißt es vom Landwirtschaftsministerium. Auch Agrarsonderkredite "Trockenheit" sollen für Betriebe in betroffenen Regionen aufgelegt werden, die Darlehenshöhe reiche von 5.000 bis maximal 50.000 Euro. Vom Bund soll es Zinszuschüsse geben. (red, 6.9.2018)

  • Mit derart großen Dürreschäden wie heuer hatte die österreichische Landwirtschaft noch nie zu kämpfen.
    foto: imago/martin wagner

    Mit derart großen Dürreschäden wie heuer hatte die österreichische Landwirtschaft noch nie zu kämpfen.

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