Wieso Nintendo-Spiele nie wirklich billiger werden

    5. September 2018, 12:30
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    Der Publisher verlangt auch für ältere Games viel Geld, dafür gibt es mehrere Gründe

    Während PC-, Xbox- und Playstation-Spieler gewohnt sind, dass Games nach einer Weile deutlich günstiger werden, müssen Besitzer von Nintendo-Konsolen bei älteren Spielen nach wie vor tief in die Tasche greifen. Zelda: Breath of the Wild kostet etwa ein Jahr nach Release immer noch um die 60 Euro. Für die Switch-Version vom fast sieben Jahre alten Fantasy-RPG Skyrim zahlt man etwa um die 50 Euro.

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    Wieso Nintendo-Spiele nie wirklich billiger werden.

    Cartridges deutlich teurer

    Polygon hat sich nun mit der Frage auseinandergesetzt, wieso Nintendo hierbei aus der Reihe tanzt. Einer der Gründe sieht das Medium in der verwendeten Hardware für Cartridges. Eine Spielekopie, die acht Gigabyte beinhaltet, kostet Nintendo etwa so viel wie eine 50-Gigabyte-Blu-Ray-Disc.

    Retailer gegen Online-Preis

    Eine Cartridge mit 32 Gigabyte Speicherplatz kostet demnach 60 Prozent mehr als eine Disc. Publisher verdienen somit weniger, wenn sie ein Spiel für die Switch veröffentlichen. Dies hat auch Einfluss auf den Online-Preis der Spiele, weil Retailer ein Game nicht verkaufen wollen, wenn dieses im Netz weniger kostet.

    Loyale Anhängerschaft

    Ein weiterer Grund ist auch, dass Nintendo einfach weiß, dass der Konsument bereit ist, mehr Geld in die Hand zu nehmen. Exklusive Titel für Nintendo-Konsolen haben nämlich jahrzehntelang keine deutliche Preisminderung mitgemacht. Der Konzern hat sich auch eine sehr loyale Anhängerschaft aufgebaut – diese zahlt auch gerne mal mehr für ein Nintendo-Game, selbst wenn dieses schon älter ist.

    Nintendo steht für Qualität

    Dies ist auch auf den Umstand zurückzuführen, dass Nintendo-Spiele zumeist eine sehr hohe Qualität aufweisen. Laut Metacritic hat der Konzern im vergangenen Jahr die zweitbesten Games veröffentlicht. Nur Bethesda konnte bessere Ergebnisse für ihre Spiele erzielen. Verbuggte und unfertige Spiele gibt es von Nintendo einfach nicht. Dies geht auf die Philosophie von Satoro Iwata zurück, dem verstorbenen Ex-Präsidenten des Konzerns. Für ihn stand hohe Qualität immer an oberster Stelle.

    Eltern zahlen für Spiele

    Hier spielt Psychologie eine große Rolle. Teurere Produkte stehen zumeist für höhere Qualität – dies wurde uns zumindest durch Marketing jahrzehntelang vermittelt. Somit ist Nintendo gegen einen Abverkauf ihrer hochqualitativen Spiele. Ferner werden diese zumeist von Eltern gekauft, die ein höheres Einkommen verfügen als junge Gamer. Nostalgie spielt hier auch eine Rolle, da heutige Eltern in ihrer Jugend oder Kindheit mit Nintendo mindestens einmal in Berührung kamen.

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    Unser Test zur Nintendo Switch.

    Wie man Nintendo-Spiele billiger erhält

    Um Nintendo-Games trotzdem günstiger zu erhalten, lohnt sich laut Polygon ein Verkauf von Kopien oder die Verwendung von Nintendo-Punkten im Store. So ist es auch möglich, neue Spiele für Switch & Co. günstiger zu erhalten. (red, 05.09.2018)

    • Mario mit Kappe.
      foto: nintendo

      Mario mit Kappe.

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