Tele-Columbus-Chef: Wir möchten selbstständig bleiben

    5. September 2018, 10:06
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    Timm Degenhardt, Chef von Deutschlands drittgrößtem Kabelanbieter, will Gerüchte um Übernahme durch neuen Großaktionär United Internet zerstreuen

    Deutschlands drittgrößter Kabelanbieter Tele Columbus will trotz der jüngsten Querelen weiterhin auf eigenen Füßen stehen. "Es ist nicht unser Ziel, übernommen zu werden", sagte Tele-Columbus-Chef Timm Degenhardt in einem Interview. Seit dem Einstieg von United Internet halten sich hartnäckig Gerüchte, dass der größte Anteilseigner auch eine Übernahme erwägen könnte.

    An der Börse ist Tele Columbus so günstig wie lange nicht. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie hat seit Jahresbeginn eine beispiellose Talfahrt erlebt und etwa 70 Prozent eingebüßt. Bei Anlegern kamen vor allem die Verschiebung der Bekanntgabe von Geschäftszahlen sowie eine Prognosesenkung nicht gut an. Im ersten Halbjahr sorgten höhere Kosten und niedrigere Umsätze im Fernsehgeschäft für eine Verdreifachung des Verlusts auf 31,3 Mio. Euro. Der Umsatz gab um rund 2 Prozent auf 240 Mio. Euro nach. Seine Erwartungen an das Gesamtjahr hatte Tele Columbus bereits zuvor auf einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von mindestens 235 Mio. Euro gesenkt. Am Vorabend senkte die Ratingagentur Moodys's ihren Ausblick für das Unternehmen auf negativ.

    Probleme bei Übernahme von Rivalen

    Degenhardt kündigt nun an, das Geschäft weiter auszubauen. Angesichts der vergleichsweise niedrigen Internet-Durchdringung bei den rund 3,6 Millionen Tele-Columbus-Kunden wolle er vor allem in diesem Bereich wachsen, sagte der Manager. Probleme bereitete der stark in der Wohnungswirtschaft verankerten Firma in jüngster Zeit vor allem die Integration der bereits vor gut drei Jahren übernommenen Rivalen Pepcom und Primacom, die sich länger als erwartet hinzog. Zudem kämpfte Tele Columbus, das neuerdings unter der Marke Pyur agiert, häufig mit Netzstörungen.

    Angesichts der laufenden Übernahme von Unitymedia durch Vodafone stehen auf dem deutschen Kabelmarkt große Veränderungen an. Degenhardt fordert in diesem Zusammenhang "strenge kartellrechtliche Auflagen". "Im Falle einer Fusion wird es entscheidend sein, den verbleibenden Wettbewerb – über entsprechende Auflagen – sicherzustellen." Der Unitymedia-Chef Winfried Rapp rechnet bis Mitte nächsten Jahres mit einer Entscheidung der Kartellbehörden. (APA, Reuters, 5.9.2018)

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