Kasperl und Pezi vor dem Aus – Ex-Minister will das verhindern

    3. September 2018, 14:45
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    Weil kein neuer Direktor und Finanzier gefunden werden konnte, muss die legendäre Theaterbühne in der Wiener Urania schließen. Thomas Drozda will das noch abwenden

    Wien – Wenn am 29. April 2019 die Vorhänge in der Wiener Urania zugehen, wird es das letzte Mal gewesen sein, dass Kasperl, Pezi und andere Bewohner der Märchenstadt ihre Zuhörer verzauberten. Zumindest sieht es momentan danach aus.

    Auf Facebook gab Theaterdirektor Manfred Müller bekannt, dass dies der letzte Tag sein werde, an dem Kasperl und Pezi spielen. Der Grund: Der bald 70-Jährige geht in den Ruhestand, Nachfolger konnte keiner gefunden werden – auch weil der Nachfolger das gesamte Theater kaufen müsste. Es fehlt also nicht nur ein kaufmännischer Direktor, sondern auch ein Finanzier.

    "Bis zum letzten Spieltag wollen und werden wir alle Spaß und Freude an jeder einzelnen Vorstellung haben", heißt es in dem Posting. Ein Auge sei mit Tränen, das andere aber mit Lachen gefüllt. Binnen weniger Stunden meldeten sich zahlreiche Personen, die das Schließen der bei Klein und Groß beliebten Puppenbühne bedauern und sich eine Fortsetzung wünschen.

    Initiative gegen Schließung

    Auch der ehemalige Kulturminister Thomas Drozda gehört dazu. "Das Schließen dieses Kleinods wäre ein schwerer Kulturverlust – das geht nicht! Ich trage gerne mit anderen Engagierten dazu bei, das 'Aus' für das Urania-Theater zu verhindern, um in zwei Jahren den 70er zu feiern", schreibt der SPÖ-Politiker auf Twitter.

    Auch der Eintrittskartenhändler oeticket hat sich am Montag "schockiert" über das drohende Aus für das Puppentheater in der Wiener Urania gezeigt. Geschäftsführer Christoph Klingler bot in einer Aussendung an, ab sofort den österreichweiten Vertrieb zu übernehmen und marketingtechnische Unterstützung zu leisten, um die Betreiber zu entlasten und "eine bestmögliche Auslastung zu garantieren".

    "'Kasperl und Pezi' sind ein fixer Bestandteil der Wiener Kultur. Sie haben die Jugend von Generationen geprägt und begeistern auch heute noch unzählige Kinder. Ich bin sehr getroffen von der möglichen Einstellung und biete größtmögliche Unterstützung an, um das beliebte Wiener Kulturgut zu erhalten", sagt Klingler.

    Auf der Bühne, im TV und online

    Seit Kasperl und Pezi vor mehr als 68 Jahren zum ersten Mal die Bühne betraten, kamen mehr als vier Millionen Besucher. Viele kennen die beiden auch aus dem Fernsehen, 1957 wurde das Kasperltheater erstmals im ORF ausgestrahlt. Zuletzt konnten die Geschichten aus dem Märchenwald auch auf Youtube verfolgt werden. 460 Handpuppen und rund 280 Kulissen stehen bereit. (red, 3.9.2018)

    • Kasperl und Pezi waren nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf der Bühne präsent. 2019 soll nun aber Schluss damit sein.
      foto: orf/hans leitner

      Kasperl und Pezi waren nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf der Bühne präsent. 2019 soll nun aber Schluss damit sein.

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