"Geld fürs Nichtstun": FPÖ-Ortsgruppe fällt auf Gudenus-Satire herein

    31. August 2018, 14:57
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    Die Ortsgruppe teilte einen Satireartikel, der sich über den FPÖ-Klubobmann lustig macht – und schrieb dazu, dass er Geld fürs Nichtstun erhalte

    Die FPÖ-Ortsgruppe im niederösterreichischen Hennersdorf teilte in der Nacht auf Freitag einen Artikel des Satiremediums "Entenpost" auf Facebook. Offenbar glaubte die zuständige Person, dass es sich um einen realen Artikel handelt. Dieser macht sich in Wahrheit über den FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus lustig – der Titel "Gudenus deckt weiteren Skandal auf: Wiener Politiker erhielt 9.440 Euro fürs Nichtstun" bezieht sich auf ein Facebook-Posting des Politikers von vergangener Woche.

    Gudenus hatte einen Mindestsicherungsbescheid einer siebenköpfigen Familie auf der Plattform gepostet und sich darüber beschwert, dass sie "fürs Nichtstun" 2.000 Euro bekomme. "Entenpost" hat dazu einen Gehaltszettel gebastelt, der Gudenus' eigene Einnahmen darstellen soll.

    foto: screenshot/facebook

    Posting beschwert sich über "Wiener Politiker" Gudenus

    Die Facebook-Seite der FPÖ Hennersdorf postete den Beitrag und kommentierte ihn mit den Worten "Hierhin verschwinden die Steuergelder im sozialen Wien. Wiener Politiker bekam jahrelang fürs Nichtstun monatlich 9440 Euro!". Auf dem Artikelfoto ist sogar ein Bild von Gudenus und dem (gefälschten) Gehaltszettel mit seinem Namen zu sehen. Nur der Nachname ist geschwärzt – "Entenpost" spielt damit auf die Kritik an, die Gudenus entgegenschlug, als er den Mindestsicherungsbescheid geteilt hatte. So hatte er zwar die Nachnamen geschwärzt, jedoch war die Familie durch die Angabe der Vornamen identifizierbar.

    Mittlerweile ist der Beitrag verschwunden, er war jedoch über fünf Stunden lang online. Im Impressum der Facebook-Seite der FPÖ Hennersdorf wird der Nationalratsabgeordnete Christian Höbart als Verantwortlicher für den Auftritt angegeben.

    Ähnlicher Fauxpas vor wenigen Monaten

    Vor wenigen Monaten sorgte bereits eine andere Verwechslung einer FPÖ-Ortsgruppe für Aufsehen. Damals teilte die FPÖ des burgenländischen Oggau einen Beitrag einer ausländerfeindlichen Seite, die einen vermeintlichen Flüchtling zeigte, der sich vor einem Polizisten in voller Montur aufbaut. Tatsächlich handelte es sich dabei um ein Setfoto für die Dreharbeiten der Netflix-Serie "Dogs of Berlin." (muz, 31.8.2018)

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