VW e-Crafter: Wenn der Postmann leise tingelt

    8. September 2018, 10:40
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    Mit dem e-Crafter bringt Volkswagen Nutzfahrezeuge seinen ersten E-Nutzi mit viel Ladevolumen und keinen Emissionen beim Fahren

    Hamburg – Die Idee ist jetzt gar nicht so spektakulär wie das Ergebnis. Wenn man es ganz banal zusammenfassen will, hat Volkswagen erst mit dem e-Golf ein grandioses E-Auto gebaut, dann mit dem neuen Crafter einen ebensolchen Nutzi. Für den e-Crafter musste VW Nutzfahrzeuge also eigentlich nurmehr den E-Antrieb aus dem Golf in den Crafter verpflanzen. Den L3H3 hat man dafür übrigens genommen, also den mittellangen Crafter, mit einem Ladevolumen von 10,7 Kubikmetern oder vier Europaletten.

    foto: vw nutzfahrzeuge
    Vier Paletten passen ins Heck des Crafter der Größe L3H3.

    Jetzt ist schon klar, dass die Übung ganz so einfach nicht war, dafür ist umso erstaunlicher, wie gut dieser Antrieb in diesen, doch dem Golf in genau gar nichts gleichenden Wagen passt. Bei einer ersten Testfahrt durch Hamburg simulieren wir die Fahrt der Kernzielgruppe: Paketzusteller.

    foto: vw nutzfahrzeuge
    Als Zielgruppe sieht VW vor allem lokale Paketzusteller.

    Diese kommen auf eine Tagesreichweite von rund 70 Kilometern, hat VW in langen Recherchen erfragt. Mit einer Normreichweite von 173 Kilometern und einer realistischen Reichweite von 130 Kilometern geht sich das sogar dann noch locker aus, wenn der Gasfuß ein komplett digitaler ist.

    foto: vw nutzfahrzeuge
    Der E-Antrieb ist im Grunde der vom e-Golf.

    Dabei spurtet der 100 kW starke e-Crafter herzhaft los. Schalten braucht man bei dem Ein-Gang-Getriebe nicht. Bei 90 km/h ist dann aber bald Schluss mit dem Beschleunigen. Kein Problem, hat die Kernzielgruppe doch selten überhaupt einmal Geschwindigkeiten von 80 km/h auf dem Tacho. Was die Hauszusteller aber brauchen, das ist ein großer Kofferraum. Diesen gibt es hier, mit einer Zuladung von bis zu 1720 Kilogramm.

    foto: vw nutzfahrzeuge
    Auch die Armaturen dürften e-Golf-Fahrern bekannt vorkommen.

    Für den Verbrauch auf 100 Kilometern gibt VW 21,5 kWh an und rechnet diese Energiemenge in 2,1 Liter Diesel um. Laden kann man den Crafter in 17 Stunden an der Haushaltssteckdose, in fünf Stunden mit 7,2 kW Wechselstrom, oder in 45 Minuten zu 80 Prozent mit 40 kW Gleichstrom.

    foto: vw nutzfahrzeuge
    Das Cockpit des e-Crafter.

    Die Nachteile, abseits der eh bekannten begrenzten Reichweite, sind schnell aufgezählt. Es gibt den e-Crafter nur als Fronttriebler und vorerst eben nur als L3H3. Die Stückzahlen, die VW beim Start nach Österreich bringen wird, werden auch überschaubar sein. Es heißt also, schnell zu sein, Ende des Jahres, wenn man den e-Crafter ab rund 70.000 Euro exkl. MwSt bestellen kann. (Guido Gluschitsch, 8.9.2018)

    foto: vw nutzfahrzeuge

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    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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