Rapid mit Glück in die Europa-League-Gruppenphase

    Video30. August 2018, 22:49
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    Schwächelnde Hütteldorfer zittern sich mit einer 1:2-Niederlage in Bukarest in die Gruppenphase – Entscheidender Treffer von Sonnleitner

    Bukarest – Im "Spiel des Jahres" war für Rapid der siebente Einzug in die Gruppenphase der Europa League das Ziel. Nach dem 3:1 von Wien war die Ausgangslage keine schlechte. Steaua Bukarest, kurz FCSB, war freilich gewillt, das Ding zu drehen. Rund 32.000 Zuschauer sind am Donnerstag in die Arena Nationala gekommen.

    Bolingoli verletzt

    Rapid musste auf Außenverteidiger Boli Bolingoli verzichten, er hatte sich im Abschlusstraining eine Muskelverletzung zugezogen. Trainer Goran Djuricin stellte den 19-jährigen Mert Müldür in die Startelf. "Weil er Energie versprüht." Der gesperrte Veton Berisha wurde durch Andrei Ivan ersetzt. Rapid versprühte von Anfang an recht wenig, lediglich die Zahl der Fehlpässe und der holprige Spielaufbau beeindruckten. 12. Minute: Mihai Roman, ungefähr drei Zentimeter im Abseits, flankt, der Franzose Harlem-Eddy Gnohere macht das 1:0 für Steaua.

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    foto: apa/hans punz
    Harlem-Eddy Gnohere (Mitte) brachte FCSB früh voran.

    Die Rumänen entwickelten keinen allzu großen Druck, für Rapid reichte es aber allemal. Die Hütteldorfer übten sich in Harmlosigkeit. Ist man schlecht drauf und ohne Selbstvertrauen, kommt Pech dazu. Zweite Minute der Nachspielzeit: Marvin Potzmann fälscht einen Kopfball von Roman ins eigene Tor ab. Mit dem 2:0 war Steaua zur Pause aufgestiegen.

    Sonnleitner-Balasa-Koproduktion

    Rapid musste sich also steigern, ein läppisches Tor erzielen. Eine Verschlechterung schien ohnedies nicht möglich, das beruhigte. Steaua lauerte auf Konter. Was Rapid aber hat, ist Moral. Und Glück. 63. Minute: Steauas Goalie Daniel Vlad wehrt einen Freistoß von Stefan Schwab schlecht ab, Potzmann erwischt den Abpraller, der Ball kommt zu Mario Sonnleitner, dessen Schuss verlängert Mihai Balasa zum 1:2 in eigene Tor.

    foto: apa/hans punz
    Große Erleichterung nach dem Goldtor.

    Womit Rapid urplötzlich weiter war. Daraufhin wurde die Mannschaft sicherer, Steaua schwächelte, Ivan traf die Latte (83.), Richard Strebinger wehrte famos ab (86.). Schlussendlich jubelten die Rapidler. Djuricin muss in nächster Zeit nicht um seinen Job bangen. Am Freitag um 13 Uhr wird in Monaco gelost. Für Rapid ist die Europa League im Gegensatz zu Salzburg ein Erlebnis, ein Traum, der Sinn des Fußballs. (red, 30.8.2018)

    Europa-League-Playoff, Rückspiel, Donnerstag

    FCS Bukarest – SK Rapid Wien 2:1 (2:0)
    Arena Nationala, 31.274 Zuschauer, SR Oliver (ENG)

    Torfolge:
    1:0 (12.) Gnohere
    2:0 (45.+2) Roman
    2:1 (63.) Balasa (Eigentor)

    FCSB: Vlad – Benzar, Planic, Balasa, Stan – Pintilii, Filip (85. Man) – Roman (74. Coman), Tanase (45. Rusescu), Teixeira – Gnohere

    Rapid: Strebinger – Müldür (65. Auer), Barac, Sonnleitner, Potzmann – D. Ljubicic, Schwab – Murg (90. Martic), Knasmüllner (76. Hofmann), Ivan – Alar

    Rote Karte: Balasa (91./Unsportlichkeit)

    Gelbe Karten: Benzar, Roman, Teixeira bzw. Potzmann, Barac, Müldür

    Hinspiel 1:3, Rapid mit dem Gesamtscore von 4:3 in der Europa League (Auslosung am Freitag, 13 Uhr in Monaco)

    Live-Nachlese:

    Rapid erlebt bei 1:2 "schönste Niederlage" in Bukarest

    Stimmen:

    Nicolae Dica (Bukarest-Trainer): "Wir haben gut begonnen und sind mit einer 2:0-Führung in die Pause gegangen. Zu Beginn der zweiten Hälfte hätten wir das 3:0 erzielen können, aber leider ist es umgekehrt gekommen. Nach dem Gegentor war bei uns alles aus. Wir wollten noch mehr Druck erzeugen, aber es ist uns nicht gelungen. Rapid hat den Aufstieg verdient."

    Goran Djuricin (Rapid-Trainer): "Ich bin ziemlich fertig, auch komplett durchnässt. Es war eine sehr nervenaufreibende Partie. In der ersten Hälfte ist alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann. Wir haben auch zu einem sehr blöden Zeitpunkt das 0:2 bekommen. Wir haben uns in die Hose gemacht. Wir sind mit dem Ball und dem Platz nicht zurecht gekommen. In der Pause haben wir gesagt, wir ziehen die Pampers aus, weil wir so nicht Fußball spielen können. Dann haben wir mehr versucht. Die Niederlage geht in Ordnung. Es ist die schönste Niederlage meiner Karriere."

    Fredy Bickel (Rapid-Sportgeschäftsführer): "Ich denke, dass unser Gegner es in der ersten Hälfte besser gemacht hat. Er hat gar nicht erst versucht, auf diesem Platz Fußball zu spielen. Es soll keine Ausrede sein, aber das war unmöglich. Ich denke es kann vor dem Fernseher gar nicht jeder sehen, aber diese unendliche Freude der Spieler jetzt: Da ist sehr viel Herz, Wille und Leidenschaft dabei."

    Richard Strebinger (Rapid-Tormann): "Mein Anteil ist der gleiche wie der von jedem anderen auch. Das Entscheidende heute waren die zweiten und dritten Bälle. Auf diesem Platz kann man nicht Fußball spielen. In der zweiten Hälfte haben wir überragend gekämpft und sind verdient aufgestiegen. Der Kampf der ganzen Mannschaft war unglaublich."

    • Die Grün-Weißen jubelten nach dem immens wichtigen Anschlusstreffer, der schlussendlich den Aufstieg in die Gruppenphase bedeutete.
      foto: apa/hans punz

      Die Grün-Weißen jubelten nach dem immens wichtigen Anschlusstreffer, der schlussendlich den Aufstieg in die Gruppenphase bedeutete.

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