Wien: Neuer Leistungstest für Sanitäter

    Video5. September 2018, 06:00
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    Die Berufsrettung startet ein Überprüfungsprogramm, das alle 500 Sanitäter in den nächsten zwei Jahren durchlaufen müssen

    Im Ernstfall ist schnelle Hilfe gefragt. In Wien sorgt dafür neben anderen die Berufsrettung (MA 70). Um die Qualität der Arbeit hoch zu halten, hat die Notfallorganisation nun ein Rezertifizierungs-Programm gestartet, mit dem die Leistung der Mitarbeiter alle zwei Jahre überprüft wird.

    Die Rettungsteams, die auch im realen Einsatz in dieser Zweierkonstellation unterwegs sind, verbringen dafür einen Tag in der neuen Schulstation in der Rettungsstation Simmering. Am Vormittag werden in einem Raum, der eigens dafür umfunktioniert wurde und mit Kameras und Mikrofonen ausgestattet ist, verschiedene Trauma- und Reanimationsszenarien möglichst realitätsnah nachgestellt.

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    Der fiktive Rettungseinsatz wird mit Kameras aufgezeichnet und anschließend analysiert.

    Die Sanitäter bekommen konkrete Beschreibungen der Situation – Wetterlage, Alter des Patienten, Tageszeit, etc. An einer Puppe wird der entsprechende Notfallbehandlung durchgeführt. Neben einem Techniker ist auch ein Schulungsleiter im Raum, der Informationen über den Gesundheitszustand des Patienten gibt.

    Neue Inputs

    Beim so genannten "De-Briefing" werden nach der Simulation in einem Nebenraum die Video- und Audioaufnahmen analysiert und aufgearbeitet. "Die Mitarbeiter sollen sich die Fragen stellen 'Wie kommuniziere ich?', 'Wie treffe ich Entscheidungen' oder 'Was kann ich bein nächsten Mal besser machen?'", erklärt Michael Girsa, Leiter der Schulstation. Auch der Ausbilder schildert seine Wahrnehmung der Leistung und gibt Inputs für den nächsten Ernstfall.

    Gibt es Verbesserungspotenzial, spricht der Ausbilder das sofort an. Sind gröbere Mängel vorhanden, werden den Mitarbeitern Schulungen und Fortbildungen empfohlen.

    Reale Einsätze

    Am Nachmittag folgt der zweite Teil der Leistungsüberprüfung. Dann fahren die Sanitäter reale Einsätze, die ebenfalls von einem Supervisor begleitet werden – auch danach gibt es Feedback. "Was am Vormittag an der Puppe überprüft wird, soll am Nachmittag beim Patienten ankommen", so der interimistische Rettungsdienstleiter Andreas Zajicek.

    In den nächsten zwei Jahren sollen alle 500 Mitarbeiter der Wiener Berufsrettung, die mit Patienten arbeiten, die Leistungsüberprüfung durchlaufen haben. Auch im gewöhnlichen Einsatz-Alltag werden die Mitarbeiter der Wiener Berufsrettung regelmäßig und unangekündigt von Supervisoren begleitet. (bere, 5.9.2018)

    • Am Nachmittag werden die Sanitäter von einem Supervisor zu realen Einsätzen begleitet.
      foto: corn heribert

      Am Nachmittag werden die Sanitäter von einem Supervisor zu realen Einsätzen begleitet.

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