Pluto-Sonde sichtet erstmals ihr neues Ziel Ultima Thule

    29. August 2018, 18:17
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    Lichtschwaches Objekt konnte vor dem Hintergrund eines extrem dichten Sternenfelds aufgespürt werden

    foto: nasa/jhuapl/swri
    Noch ist das Ziel (in der Mitte des Fadenkreuzes) kaum zu erkennen. Rechts ein vergrößerter Ausschnitt der Zielregion, auf dem die störenden Sterne teilweise herausgerechnet werden konnten.

    Washington – Mit dem bordeigenen Teleskop "Long Range Reconnaissance Imager" (LORRI) hat die NASA-Sonde New Horizons erstmals ihr neues Ziel Ultima Thule ins Visier nehmen können. Die Bilder, die die US-Weltraumbehörde nun veröffentlichte, zeigen, dass die Sonde auf dem richtigen Kurs ist.

    New Horizons hatte Geschichte geschrieben, als sie im Juli 2015 als erstes Raumfahrzeug den Pluto passierte und dabei reihenweise Nahaufnahmen von dessen Oberfläche machte, von der man zuvor so gut wie gar nichts gewusst hatte. Wegen des großen Erfolgs suchten die Missionsverantwortlichen nach dem Flyby nach einem weiteren Ziel, zu dem man die Sonde lenken könnte.

    Stichtag 1. Jänner 2019

    Die Wahl fiel schließlich auf ein transneptunisches Objekt mit der unaussprechlichen Bezeichnung (486958) 2014 MU69, das später Ultima Thule getauft wurde. Dieser Name ist allerdings nur ein vorläufiger. Vorerst hat man nämlich noch keine Ahnung, wie Ultima Thule aussieht und ob der Name daher passt – statt eines großen Objekts könnte es sich auch um ein Konglomerat von vielen kleinen handeln. New Horizons' Vorbeiflug am 1. Jänner 2019 wird es zeigen.

    Und der Kurs stimmt, wie die LORRI-Aufnahmen zeigen. Für die Auswertung der Daten musste die NASA allerdings erst das sehr dichte Sternenfeld im Hintergrund des Objekts ausfiltern. Trotz deren großer Entfernung und New Horizons' inzwischen relativ geringem Restweg nach Ultima Thule (etwa 172 Millionen Kilometer) überstrahlen die Sterne das lichtschwache Objekt bei weitem. Hal Weaver vom New-Horizons-Team zitierte einmal mehr die berühmte Nadel im Heuhaufen.

    Neuer Rekord

    Die 48 nun zur Erde geschickten Aufnahmen des Objekts werden ebenso wie die, die in den kommenden Monaten noch folgen sollen, für etwaige Kurskorrekturen benötigt, damit die Sonde eine größtmögliche Annäherung an Ultima Thule erreicht. Bisher beruht der Kurs vor allem auf Daten des Hubble-Teleskops – das hat seine Aufgabe aber offensichtlich einmal mehr verlässlich erfüllt.

    Wie auch immer Ultima Thule aussieht – das Bild, das New Horizons davon zur Erde schickt, wird einen neuen Rekord aufstellen: Es wird das am weitesten von der Sonne entfernt gemachte Foto sein und damit die als "Pale Blue Dot" bekannt gewordene Aufnahme übertreffen, die die alte Sonde Voyager 1 1990 von der Erde machte. (jdo, 29. 8. 2018)

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