Crowdfunder Rendity fischt nach deutschem Kapital

29. August 2018, 13:12
1 Posting

Großes Interesse an Wiener Projekten in Deutschland – Im 1. Halbjahr wurde schon fast so viel Geld in Immo-Crowdfunding gesteckt wie im Gesamtjahr 2017

Wien/München – Immobilien-Crowdinvesting ist "in". Im 1. Halbjahr wurden 12,11 Millionen Euro investiert, damit wurde der Gesamtwert des Vorjahres (13,81 Mio.) schon fast erreicht, besagt eine aktuelle Erhebung von CrowdCircus.com.

Expansion

Rendity, Nummer 3 der Plattformen in Österreich, hat gerade das erste Projekt in Graz gestartet und expandiert derzeit auch nach Deutschland. Über eine Münchner Tochtergesellschaft will man deutsche Investoren für österreichische Projekte finden. Schon zuvor habe man festgestellt, dass ein Viertel der Zugriffe auf der Plattform aus Deutschland kam.

Österreich im Allgemeinen, Wien im Speziellen habe ein "exzellentes" Image in Deutschland, sagt Tobias Leodolter, einer der drei Gründer. "Wenn wir dieses Potenzial künftig nutzen und unsere Angebote aktiv kommunizieren, rechnen wir damit, dass wir in recht kurzer Zeit aus Deutschland höhere Kapitalzuflüsse als aus Österreich haben werden."

Das Geld der Anleger fließt in Neubau- und Sanierungsprojekte. Im heurigen Frühjahr hat Rendity etwa 1,5 Millionen Euro für das Projekt "Renngasse 10" von JP Immobilien eingesammelt. Aber warum braucht ein 76,3 Millionen Euro schweres Bauvorhaben, das zu dem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten war, überhaupt 1,5 Millionen Euro von der "Crowd"?

Netzwerk für Vertrieb

Einerseits sei es das Grundkonzept von Rendity, "nur solche Projekte zu finanzieren, die auch so eine Finanzierung bekämen", sagt Leodolter zum STANDARD. Der Vorteil für den Entwickler sei, eine größere Eigenkapitalrendite zu erhalten – "wenn er es gut macht".

Andererseits werde aber auch das Netzwerk der Crowdfunder immer öfter für den Vertrieb herangezogen. Beim Projekt "Laendyard" von JP Immobilien und CA Immo seien etwa 15 Wohnungskäufer über die Plattform gefunden worden.

Warnungen vor Totalverlust

Neue Projektangebote bekommt Rendity regelmäßig, "aktuell etwa besonders viele von Developern privater Ferienhäuser in Kroatien". Das sei aber kein Thema, so Leodolter. Aus Gründen der Risikostreuung bleibt man bei größeren Wohnbauprojekten.

Crowdinvestments werden als Nachrangdarlehen betrachtet, und diese sind "hoch spekulativ", darauf weist auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hin: "Scheitert das Projekt, muss man mit einem Totalverlust rechnen." (mapu, 29.8.2018)

  • In der Ortnergasse 7 und der in direkter Nachbarschaft befindlichen Sechshauserstraße 41 verfolgt der Immobilienentwickler Adriale Holding zwei Sanierungsobjekte in Wien, Rendity sammelt dafür gerade 1,25 Millionen Euro von der "Crowd" ein.
    visualisierung: adriale holding gmbh

    In der Ortnergasse 7 und der in direkter Nachbarschaft befindlichen Sechshauserstraße 41 verfolgt der Immobilienentwickler Adriale Holding zwei Sanierungsobjekte in Wien, Rendity sammelt dafür gerade 1,25 Millionen Euro von der "Crowd" ein.

Share if you care.