Google: Menschenrechts-NGOs kritisieren China-Pläne in offenem Brief

    29. August 2018, 11:38
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    Amnesty, Reporter ohne Grenzen, Human Rights watch und elf weitere NGOs plädieren dafür, die Pläne für eine zensierte Suchmaschine zu überdenken

    Googles Pläne, womöglich wieder in den chinesischen Markt einzusteigen, sorgten bisher für reichlich Kritik. Unter dem Projekt "Dragonfly" plane das Unternehmen eine Suchmaschine, die sich Chinas staatlicher Zensur unterwirft. 2010 hatte sich Google aus China zurückgezogen, damals, weil man sich ebendieser Vorgaben nicht beugen wollte.

    Kniefall vor Zensur

    Selbst unter Mitarbeiter führten die Gerüchte zu Protesten und darauffolgend zu einem internen Treffen. Nun veröffentlichten zahlreiche führende Menschenrechtsorganisationen einen gemeinsamen, offenen Brief, indem sie dafür plädieren, das Projekt zu überdenken.

    So schreiben die 14 NGOs, darunter etwa Reporter ohne Grenzen, Amnesty International und Human Rights Watch, dass die freiwillige Zensur ein gefährlicher Kniefall Googles sei, welcher dazu führen könnte, dass das Unternehmen direkt zu Menschenrechtsverstößen mitwirkt.

    Kein offizielles Statement von Google

    Wie The Intercept berichtet, hat Google 2006 eine zensierte Suchmaschine auf den chinesischen Markt gebracht und 2010 wieder zurückgezogen. In dem Brief bitten die NGOs darum, sollte Google seine Position geändert haben, das auch öffentlich zu kommunizieren, "gemeinsam mit einer klaren Erklärung, wie Google denkt, diese Entscheidung mit seiner Verantwortung […] in Einklang zu bringen." Google hat noch immer kein öffentliches Statement zu dem Thema abgegeben. (red, 29.8.2018)

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