"Macrotis" angespielt: Das wohl herzigste Game im Herbst

    22. September 2018, 11:00
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    Schön gestalteter Plattformer mit Kaninchennasenbeutler lockt mit Rätseln und erinnert an "Ori" und "Trine"

    Abseits der Hallen mit den großen Publishern bot die Gamescom 2018 auch einiges Areal für kleinere Hersteller. Eingepfercht in einer Reihe von Mini-Ständen präsentierte auch die türkische Indie-Schmiede Proud Dinosaurs sein Erstlingswerk Macrotis (PC, Windows).

    Das Spiel ist ein Plattformer, der den Spieler in die Rolle eines Beuteltiers versetzt. Konkret eines Kaninchennasenbeutlers (Wikipedia), dessen wissenschaftlicher Gattungsname eben "Macrotis" lautet. Als Mutter begibt man sich auf die Suche nach seinen Kindern, die von einer Flut davongeschwappt wurden. Der GameStandard hat das Abenteuer angespielt.

    proud dinosaurs
    Gameplay-Trailer zu "Macrotis"

    Bedrohte Tierart

    Dass man sich für dieses ungewöhnliche Tier entschieden hat, ist ein glücklicher Zufall. Man wollte nicht einen der üblichen Tierhelden wie Mäuse oder Füchse, sondern etwas Ausgefalleneres nehmen, ums sich etwas abzuheben.

    Schließlich landete man bei diesem Bewohner Australiens, der sich nicht nur aufgrund seines lateinischen Namens anbot, sondern auch, weil er eine bedrohte Tierart ist (IUC). "Wir können mit unserem Spiel also auch ein bisschen Aufmerksamkeit schaffen", so die Entwickler.

    Entwicklung weit fortgeschritten

    Was sofort auffällt bei Macrotis, ist die liebevolle grafische Umsetzung. Die Umgebungen, die von Wald und Höhlen bis hin zu von menschen geschaffenen Kavernen reicht, erinnern in ihrer Gestaltung an Indie-Hits wie "Ori" und "Trine". Umgesetzt sind sie in "2,5D". Die Landschaft ist also dreidimensional, gespielt wird aber trotzdem nur auf zwei Bewegungsachsen.

    Obwohl das Spiel noch nicht fertig ist, bietet es jetzt schon sehr schöne Animationen. Die spielbaren Abschnitte – Auszüge aus verschiedenen Levels – wirkten bereits so gut wie komplett. Hie und da fehlten laut den Machern noch erzählerische Elemente, die etwa eine Fähigkeit der tierischen Heldin erklärt, die sie im Laufe des Spieles erhält.

    Der Geist des Beuteltiers

    Sie kann an Ort und Stelle meditieren und einen "Geistmodus" aktivieren. Dabei wandert sie außerhalb ihres Körpers durch das Level und kann dabei immer noch mit verschiedenen Elementen – beispielsweise Schalter oder verschiebbare Blöcke – interagieren. Zudem lässt sie auch fragilen Untergrund nicht einstürzen und kann sich durch Türen und Wände teleportieren. Diese Fähigkeit geht allerdings zulasten der Reichweite ihres Geister-Abbilds.

    Stirbt sie in dieser Form, so erwacht sie aus ihrer Meditation. Auch eine manuelle Rückkehr ist möglich. Diese Mechanik muss genutzt werden, um verschiedene Rätsel zu lösen. Die umfassen klassische Plattformer-Sprungaufgaben, Schalter- und Blockkombinationen und Physik-Puzzles bzw. Kombinationen all dieser Elemente. Als Inspiration dienten Games wie Limbo. Nach dessen Vorbild will man Aufgaben vielfältig gestalten, ohne aber einen frustrierend hohen Schwierigkeitsgrad zu erreichen.

    Gelungener Ersteindruck

    Zum Sound lässt sich leider kein substantieller Kommentar abgeben, denn trotz Headset war er aufgrund des Messelärms kaum zu hören. Dennoch war es leicht, sich in die Welt von Macrotis zu verlieren, auch weil die Steuerung einfach und intuitiv ist.

    Einen exakten Releasetermin für Macrotis gibt es noch nicht. Erscheinen wird es aber noch im Laufe diesen Jahres. Portierungen auf Xbox, Playstation und Switch könnten folgen, sofern die PC-Ausgabe erfolgreich ist. Die Freunde fantasievoller und familientauglicher Unterhaltung sollten das spannende Indie-Game jedenfalls im Blick behalten. (Georg Pichler, 22.09.2018)

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      screenshot: macrotis
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      foto: macrotis
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