Ideen gegen die menschgemachte Zerstörung

Ansichtssache13. September 2018, 11:11
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Wie lassen sich die negativen Folgen des Menschen auf die Erde abschwächen? Zehn Projekte aus Österreich im Überblick

Die Macht des Menschen über den Planeten befördert auch positive Entwicklungen. Wir haben von Solaranlagen mit besonderen Einsatzgebieten bis Pilzplantagen, die auf Kaffeesud wachsen, zehn Projekte aus Österreich gesammelt, die schon jetzt einen Beitrag zu einem nachhaltigen Ressourcenverbrauch leisten.

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foto: swimsol

Schwimmende Solaranlage

Die Idee entstand vor fast zehn Jahren bei einem Besuch auf den Malediven: Solaranlagen könnten in der sonnigen Inselwelt, die ihren Energieaufwand weitgehend mit teurem Strom aus Dieselaggregaten abdeckt, schnell konkurrenzfähig sein, so die Überlegung des Wiener Brüderpaars Martin und Wolfgang Putschek. Platz für Solarkraftwerke ist auf den über 1000 Inseln, von denen nur wenige die Größe eines Quadratkilometers überschreiten, aber rar. Die Lösung der Putscheks: Sie brachten den Solarpaneelen das Schwimmen bei.

Ihr Unternehmen Swimsol hat sich seitdem der Entwicklung eines Solarenergiesystems gewidmet, das den Widrigkeiten der Salzwasserumgebungen trotzt und auf dem Wasser tropischer Buchten platziert werden kann. Dünne, speziell gehärtete Glasplatten schützen dabei die Photovoltaik beidseitig. Gummiabdichtungen sperren das Wasser aus.

Ein Unterbau, getragen von optimal verteilten Schwimmkörpern und verbunden mit Gelenken und Federn, widersteht auch hohem Wellengang. Stürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern sollen die Anlagen schadlos wegstecken können. Die Platzierung auf dem Meer bringt auch Vorteile: Swimsol wirbt damit, dass der Kühleffekt und die Reflektionsfähigkeit des Wassers den Energie-Output um bis zu zehn Prozent erhöhen. Und natürlich eignen sich die Paneele mit ihrer hohen Korrosionsbeständigkeit auch für die Platzierung auf Dächern in Küstennähe.

Bei der Entwicklung kooperierte Swimsol mit der TU Wien und Fraunhofer Deutschland. Unterstützung kam etwa von der Wirtschaftsagentur Wien und den Förderagenturen AWS und FFG. 2014 gab es erste Prototypen und Testanlagen. Mittlerweile hat Swimsol zahlreiche schwimmende Solarplattformen für Hotels und andere Infrastrukturen in Malaysia, Singapur und – dort, wo alles begonnen hat – auf den Malediven installiert.

Link:
Swimsol

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