Bikinimodels erzeugen negative Emotionen bei Frauen

    28. August 2018, 08:00
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    Schlank und schön: Fotos von Models mit dünnen "Idealkörpern" wecken Gefühle der Unzufriedenheit bei vielen Betrachterinnen, zeigen Studien

    Kalifornien – Von anhaltendem Interesse: Medien und die Frage nach ihrem Einfluss auf das psychische Wohlbefinden der Konsumentinnen und Konsumenten. Aus der Forschung kommen nun frische Studien zu diesem Zusammenhang. Fotos von Models, wie man sie etwa auf Social-Media-Plattformen und in Hochglanzmagazinen findet, sorgen bei den Betrachterinnen für Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Die Beeinflussung passiert oft so unterschwellig, dass sich viele Frauen dessen gar nicht bewusst würden, schreiben die AutorInnen.

    In zwei Studien befragte das Forscherteam rund um David Frederick von der Kalifornischen Chapman-Universität mehr als 1.400 Frauen. Sie sollten unterschiedliche Bilder betrachten und anschließend über ihre Gefühle hinsichtlich ihres Äußeren berichten. Eine Gruppe wurde mit Fotos von Fashion- und Bikinimodels konfrontiert. Der Kontrollgruppe legte man Bilder von Produkten und Frauen auf Gemälden vor. Auch offene Antwortmöglichkeiten standen auf dem Programm.

    Umfangreiche Auswirkungen

    Frederick fasst den zentralen Befund der Studien zusammen. Die Ergebnisse "zeigen, dass die Betrachtung schlanker, mit Bikini bekleideten Models einen unmittelbaren und direkten Einfluss auf das Wohlbefinden von Frauen in deren eigenen Körper hat – und dieser Einfluss war hauptsächlich negativ", erschließt der Studienautor und Assistenzprofessor in Gesundheitspsychologie.

    Die Studienteilnehmerinnen wurden gebeten, ihre negativen Gefühle zu verorten: Zwischen 64 und 40 Prozent der Befragten, welche die Bilder der Models gesehen hatten, waren im Anschluss nachweislich unzufriedener mit ihrem Bauch, Gewicht, generellen Aussehen, Muskeltonus, ihren Beinen, Schenkeln, ihrem Hintern, ihren Hüften, Armen und Brüsten (Auflistung in absteigender Reihenfolge). Im Vergleich dazu berichteten nur ein bis sechs Prozent der Frauen aus der Kontrollgruppe derartige Gefühle der Unzufriedenheit.

    Ab ins Fitnessstudio?

    Was die Daten außerdem hergeben: Mehr als die Hälfte der Frauen, die sich die Modelfotos angesehen hatten, hatten daraufhin kein Bedürfnis, sich im Badeanzug zu zeigen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten sie hingegen gesteigertes Interesse für Diäten und Fitnesstrainings, die zu Gewichtsverlust führen sollten.

    Als die Frauen frei antworten konnten, war viel von Vergleichen die Rede. "Im Vergleich zu ihnen sehe ich hässlich und unattraktiv aus", bemerkte eine Studienteilnehmerin. Eine andere erklärte ihre Frustration mit der Unmöglichkeit, selbst jemals so auszusehen wie die Models auf den Fotos, die ihr zuvor gezeigt wurden.

    Die Untersuchungsergebnisse, so Frederick, verdeutlichen auf ein Neues, welch wesentliche Rolle den Medien in Bezug auf das körperliche Wohlbefinden vieler, wenn auch nicht aller Frauen zukommt. (Roxane Seckauer, 28.8.2018)

    • Unterschiedliche Frauen posieren in Unterwäsche.
      foto: getty images / istockphoto

      Unterschiedliche Frauen posieren in Unterwäsche.

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