Regierung beschließt Kauf von 15 Heereshelikoptern

    22. August 2018, 06:00
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    Verteidigungsminister Kunasek erhält ein Sonderbudget in dreistelliger Millionenhöhe für Gerät, das auch dem Katastrophenschutz dient

    Wien – Der Tagesordnungspunkt trägt den harmlosen Titel "Katastrophenschutzpaket", tatsächlich verbirgt sich in dem am Mittwoch dem Ministerrat vorliegenden Paket allerdings eine umfangreiche Nachrüstung für das österreichische Bundesheer.

    Es geht vor allem um die Neubeschaffung von mittleren Transporthubschraubern. Wie DER STANDARD bereits berichtete, müssen die derzeit 22 altersschwachen Alouette-III-Hubschrauber ausgemustert und durch zwölf Stück eines neuen, leistungsfähigeren Fluggeräts ersetzt werden.

    In einem "Request for Information" (RFI) wurde bereits vor mehreren Monaten erhoben, welche Fluggeräte mittlerer Größe auf dem Markt wären – verlangt wurden unter anderem Twin-Engines, Instrumententauglichkeit und eine Ausrüstung mit Kufen, damit die Helis auch im Gebirge landen können. Dies ist sowohl im Katastrophenfall als auch bei militärischen Operationen erforderlich.

    Airbus hat die besten Karten

    Und die Hubschrauber sollen natürlich auch bewaffnet werden können. Das trifft auf die Agusta A-109 Trakker und den Bell 429 (der eher als Polizeihubschrauber in Verwendung ist) nur bedingt zu. Ein volles Paket mit drei Hubschraubervarianten und vier Bewaffnungsoptionen bis hin zu lasergesteuerten Raketen hat dagegen Airbus vorgelegt, wobei der H-145M als wahrscheinlichste Lösung gilt. Und das, obwohl der frühere Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil den Airbus-Konzern wegen Betrugsverdachts rund um die Eurofighter-Beschaffung angezeigt hat.

    Aber die Hubschrauber-Sparte bei Airbus – hervorgegangen aus dem französischen Unternehmenszweig Eurocopter – ist ein völlig anderer Bereich als jener der Kampfflugzeuge. Und der H-145M ein inzwischen in hoher Stückzahl verfügbares Gerät. Bei Airbus ist man überzeugt, dass man die ideale Lösung für Österreich mit dem H-145M anbieten kann. Ungarn hat davon 20 Stück beschafft und im Juli im scharfen Schuss auch vor österreichischen Vertretern vorgeführt. Die Frage wird vor allem sein, wie sich Angebot und Preis zueinander verhalten.

    Black Hawks und Gelände-Lkw

    Ein weiterer Teil des Pakets beinhaltet drei zusätzliche Black-Hawk-Hubschrauber. Von dieser Type hat das Bundesheer bereits neun Stück, die nach und nach in Huntsville, Alabama, auf neuesten technischen Stand gebracht werden. Der erste zusätzliche Black Hawk soll Ende 2020/Anfang 2021 in Österreich sein.

    In dem Paket, das einen "hohen dreistelligen Millionenbetrag" aus einem Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) gewährten Sonderbudget kosten soll, sind auch ein kleinerer Schulungshubschrauber und geländegängige Fahrzeuge (diese werden mit 30 Millionen Euro veranschlagt) enthalten. Es handle sich jedenfalls um ein "sehr großes Paket im Sinne der Katastrophenhilfe und der Sicherheit Österreichs", frohlockte Kunasek. Was ihn als Steirer ganz besonders freue, sei, dass der Heli-Standort Aigen im Ennstal – wo die alten Alouette III stehen, die nun ersetzt werden sollen – damit gesichert sei. Kunasek will 2020 als FPÖ-Spitzenkandidat bei der steirischen Landtagswahl antreten. (Conrad Seidl, 22.8.2018)

    • Black Hawk des Bundesheers (auf dem Wiener Heldenplatz): Drei weitere Hubschrauber dieses Modells stehen auf der Einkaufsliste.
      foto: apa/pfarrhofer

      Black Hawk des Bundesheers (auf dem Wiener Heldenplatz): Drei weitere Hubschrauber dieses Modells stehen auf der Einkaufsliste.

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