Das Antibiotika-Dilemma

    18. November 2018, 06:00
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    Seit rund 80 Jahren retten Antibiotika Menschen mit Infektionen das Leben. Sie killen gezielt krankmachende Bakterien. Doch die lebendigen Mikroorganismen tricksen die Medikamente aus. Es wird viele Tote geben. Konzepte, dies zu verhindern, fehlen.

    80 Jahre lang sind Antibiotika gegen Erreger von Krankheiten bei Mensch und Tier im Einsatz.

    50 Prozent aller Antibiotika-Verschreibungen sind nicht korrekt, werden also im Hinblick auf die Intention der Heilung sinnlos verabreicht. 58 Prozent aller Menschen in Deutschland können Bakterien von Viren nicht unterscheiden.

    19 unterschiedliche Antibiotika-Klassen wurden seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt. In den letzten Jahren sind nur drei neue dazugekommen. Experten schätzen, dass die Entwicklung eines neuen Antibiotikums zehn bis 15 Jahre dauern wird.

    Acht EU-Länder konnten die Verschreibung von Antibiotika in Arztpraxen reduzieren. Es sind laut European Surveillance of Antimicrobial Consumption network (EARS-net) Finnland, Deutschland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Schweden und Großbritannien.

    34,8 Milliarden Tagesdosen Antibiotika werden weltweit verabreicht. Von 2000 bis 2015 ist der Verbrauch um 65 Prozent gestiegen.

    40 Milliarden Dollar werden jährlich für Antibiotika ausgegeben. Antibiotika werden nicht nur Menschen verabreicht, sondern kommen auch in der Massentierhaltung zum Einsatz. Nur 13,4 von den 40 Milliarden Dollar macht der Anteil an Arzneimitteln für Menschen aus.

    71 Tonnen Antibiotika werden allein in Österreich eingesetzt, 44,4 davon in der Tierzucht.

    33.000 Menschen sind 2016 in Europa aufgrund multiresistenter Keime zu Tode gekommen. Bei ihnen wirkten die Antibiotika nicht mehr. Weltweit sind 700.000 Menschen an multiresistenten Erregern gestorben. Laut Schätzungen soll diese Zahl bis 2050 auf zehn Millionen Menschen ansteigen. (Jutta Berger, 18.11.2018)

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