Erstrunden-Blamage für Titelträger Frankfurt mit Hütter, Bayern mit Mühe

18. August 2018, 17:32
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Hessen müssen sich dem Viertligisten Ulm 1:2 geschlagen geben. Lewandowski erlöst Münchner spät – Baumgartlinger mit Knie-Verletzung länger out

Wien – Titelverteidiger Eintracht Frankfurt ist in der ersten Runde des DFB-Pokals sensationell an einem Viertligisten gescheitert. 91 Tage nach dem Finaltriumph gegen Bayern München unterlag die Mannschaft des neuen Trainers Adi Hütter beim Regionalligisten SSV Ulm nicht einmal unverdient mit 1:2 (0:0). Die Treffer für den ehemaligen Bundesligisten erzielten Steffen Kienle (48.) und Vitalij Lux (75.). Goncalo Pacienca (90.) verkürzte nur noch.

Frankfurt ist der erste Pokalsieger seit 22 Jahren, der in der folgenden Saison bereits in der ersten Runde ausscheidet. Der 1. FC Kaiserslautern war 1996 als letzter Cup-Verteidiger in der ersten Partie gescheitert.

Stotterstart von Bayern

Ebenfalls Mühe hatte Rekordsieger Bayern München: Die Weltstars von Trainer Niko Kovac setzten sich beim Dorfklub SV Drochtersen/Assel nur mit großer Mühe 1:0 (0:0) durch und zogen völlig glanzlos in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Der niedersächsische Regionalligist schnupperte gegen den turmhohen Favoriten zeitweise an einer Sensation. Auf dem Weg zum angestrebten 19. Gewinn des Wettbewerbs müssen sich die Bayern erheblich steigern.

Robert Lewandowski (81.) sorgte vor 8000 Zuschauern im provisorisch ausgebauten Kehdinger Stadion letztlich für den Pflichtsieg. Insbesondere die Bayern der ersten 45 Minuten konnten Kovac aber so gar nicht gefallen, der Auftritt entsprach dem Anspruch des Rekordmeisters in kaum einer Minute. Bis auf Torannäherungen von Thomas Müller (6.) und zweimal Javi Martinez (8., 27.) war Torhüter Patrick Siefkes viel zu wenig gefordert.

Ex-Rapidler Joelinton schießt Hoffenheim weiter

Die TSG Hoffenheim hat sich hingegen für den Bundesliga-Auftakthit am Freitag beim Meister Bayern München warmgeschossen. Der Champions-League-Starter feierte in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals trotz zahlreicher Ausfälle einen 6:1 (3:1)-Kantersieg beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern.

Dreierpacker Joelinton (6. 22. und 53.), Nico Schulz (13.), Pavel Kaderabek (51.) und Joshua Brenet (63.) trafen für die Hoffenheimer, deren Trainer Julian Nagelsmann vor seinem Wechsel zum Ligarivalen RB Leipzig nach Saisonende den Meistertitel und den Einzug ins Königsklassen-Achtelfinale anstrebt. Lukas Spalvis (33.) war für den FCK erfolgreich.

Werder souverän, Kainz trifft

Der sechsmalige Cupsieger Werder Bremen hat seine Pflichtaufgabe ohne Mühe erfüllt. Beim Regionalligisten Wormatia Worms gewann der Fußball-Bundesligist souverän mit 6:1 (5:1).

Neuzugang Yuya Osako (9.), Florian Kainz (21.), Philipp Bargfrede (31.), Kapitän Max Kruse (41./Foulelfmeter), Maximilian Eggestein (45.+1) und Johannes Eggestein (79.) trafen für das Team von Trainer Florian Kohfeldt. Cedric Mimbala erzielte das zwischenzeitliche 1:4 (44.).

Leverkusen dank Alarios Elfmeter in Runde zwei

Bayer Leverkusen ist mit einem konzentrierten, aber glanzlosen Auftritt in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Werkself siegte eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt 1:0 (1:0) beim tapfer kämpfenden baden-württembergischen Oberligisten 1. CfR Pforzheim. Lucas Alario erzielte per Foulelfmeter (27.) den entscheidenden Treffer für den Europa-League-Teilnehmer und zerstörte damit alle Träume der Pforzheimer auf ein Wunder in ihrem ersten DFB-Pokalspiel seit 19 Jahren.

Nach einer Ecke von Nationalspieler Julian Brandt wurde Bayer-Kapitän Sven Bender von Akiyoshi Saito umgerissen, Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück) entschied korrekt auf Foulelfmeter, den Alario sicher verwandelte. Kai Havertz (32.) und Kevin Volland mit einem Freistoß an die Latte verpassten vor der Pause die Vorentscheidung.

Baumgartlinger droht längere Pause

Länger ausfallen wird ÖFB-Teamkapitän Julian Baumgartlinger. Der 30-Jährige hatte sich kurz vor der Pause verletzt und war mit einer Trage vom Platz gebracht worden."Es scheint eine Innenbandverletzung am Knie zu sein", sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich.

Demzufolge werde Baumgartlinger "definitiv die nächsten Wochen fehlen." Eine MRT-Untersuchung soll weiteren Aufschluss über die Verletzung geben. Damit ist auch ein Einsatz des Mittelfeldspielers im nächsten Länderspiel am 6. September in Wien gegen Schweden äußerst fraglich. (sid, APA, red, 18.8.2018)

Deutschland – DFB-Pokal – 1. Runde:

SV Drochtersen/Assel (Viertligist) – Bayern München 0:1 (0:0)
Bayern: Alaba nicht im Kader

1. CfR Pforzheim (Fünftligist) – Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)
Bayer: Özcan spielte durch, Baumgartlinger bis 46., Dragovic auf der Bank

Wormatia Worms (Viertligist) – Werder Bremen 1:6 (1:5)
Werder: Kainz spielte durch, Tor zum 1:0/21., Friedl auf der Bank

1. FC Kaiserslautern (Drittligist) – 1899 Hoffenheim 1:6 (1:3)
Hoffenheim: Posch spielte durch , R. Zulj auf der Bank

SSV Ulm 1846 (Viertligist) – Eintracht Frankfurt 2:1 (0:0)
Frankfurt: Trainer Hütter

SV Linx (Fünftligist) – 1. FC Nürnberg 1:2 (1:1)
Nürnberg: Margreitter spielte durch, Jäger nicht im Kader

SV Elversberg (Viertligist) – VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)
Wolfsburg: Pervan auf der Bank TuS Dassendorf (Fünftligist) – MSV Duisburg 0:1 (0:1)

Duisburg: Gartner nicht im Kader

Freitag

Schweinfurt (Viertligist) – Schalke 04 (mit Schöpf ab 48., Burgstaller bis 56.) 0:2 (0:1).

  • Fehlstart für Adi Hütter in Frankfurt.
    foto: reuters/ralph orlowski

    Fehlstart für Adi Hütter in Frankfurt.

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