Bild der Entwicklung des Universums erstellt

    17. August 2018, 12:57
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    Astronomen integrieren Wellenlängenbereiche von Infrarot bis Ultraviolett und können so die Sternentstehung in nahen und fernen Regionen vergleichen

    foto: nasa, esa, p. oesch (university of geneva), and m. montes (university of new south wales)
    Abgebildet sind rund 15.000 Galaxien, in 12.000 davon findet rege Sternentstehung statt.

    Genf – Ein internationales Astronomenteam hat aus einer Reihe von Aufnahmen des Hubble-Teleskops und anderer Instrumente das bisher vollständigste Porträt der Evolution des Universums zusammengesetzt: Das Bild zeigt Sternengeburten während der letzten elf Milliarden Jahre. Der Blick reicht damit zurück bis rund drei Milliarden Jahre nach dem Urknall, der wichtigsten Sternenentstehungsperiode im Kosmos.

    Bisher gab es nur Aufnahmen des Universums, die sichtbares Licht mit dem infraroten Wellenlängenbereich kombinierten. Die neu erstellte Panorama-Ansicht der Astronomen aus der Schweiz, den USA und Australien umfasst nun auch den Bereich des ultravioletten Lichts. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt "The Astrophysical Journal Supplement Series" präsentiert.

    Mit Hubbles Hilfe

    UV-Licht wird größtenteils durch die Erdatmosphäre gefiltert, weshalb die Wissenschafter sich auf Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops stützten. Dieses ist mit einem Spiegel von 2,4 Metern Durchmesser ausgestattet. Seine Leistung übertrifft die leistungsfähigsten bodengestützten Beobachtungsinstrumente.

    Dank der UV-Aufnahmen des Hubble-Teleskops konnten die Forscher die Sternenentstehung in weit entfernten sowie in uns benachbarten Regionen des Universums direkt vergleichen, betonte Pascal Oesch von der Universität Genf.

    Auf einen Blick

    Das bei uns eintreffende Licht von Galaxien in weit entfernten Regionen des Universums hat dort mit einer Wellenlänge im ultravioletten Bereich begonnen. Durch die Expansion des Universums verschiebt sich dieses aber in den Infrarotbereich, diese Galaxien lassen sich daher nur im Infraroten beobachten.

    Die Integration der Wellenlängenbereiche von Infrarot bis Ultraviolett ermöglicht nun den direkten Vergleich der Sternentstehung in einem Bild. Durch diesen Vergleich lässt sich auch entschlüsseln, wie sich die Galaxien in unserer kosmischen Nachbarschaft vor elf Milliarden Jahren aus kleinen Ansammlungen heißer junger Sterne entwickelt haben. (APA, red, 17. 8. 2018)

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