Kroos über Özil: "Art und Weise des Rücktritts nicht in Ordnung"

    16. August 2018, 10:11
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    Özil sei "ein lieber Kerl", habe aber "Quatsch" verbreitet: "Denke, er weiß selbst, dass es Rassismus innerhalb des DFB nicht gibt"

    Der deutsche Teamspieler Toni Kroos findet kritische Worte für Mesut Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft. "Ich habe viele Jahre mit Mesut gespielt und weiß, dass er ein lieber Kerl ist", sagte Kroos der "Bild"-Zeitung. "Die Art und Weise seines Rücktritts war aber nicht in Ordnung. Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet."

    Özil wisse selbst, "dass es Rassismus innerhalb der Nationalmannschaft und des DFB nicht gibt. Ganz im Gegenteil: Wir setzen uns ja immer wieder aus Überzeugung für Vielfalt und Integration ein. Mesut war dafür ein gutes Beispiel, wie viele andere unserer Mitspieler auch."

    Ziel EM 2020

    Özil sei zu Recht für das einige Wochen vor WM-Beginn entstandene Erdoğan-Foto kritisiert worden. "Trotzdem wurde er von der sportlichen Leitung und im Mannschaftskreis absolut unterstützt", betonte Kroos.

    Seine eigene Teamkarriere wird Kroos fortsetzen. "Ja, ich werde den Weg bis zur EM 2020 weitergehen und habe mir selbst als großes Ziel gesetzt, dass wir dort deutlich erfolgreicher sind als zuletzt."

    Allerdings betonte der 28-Jährige, dass er künftig "mehr Ruhepausen brauche als in den vergangenen fünf, sechs Jahren, um auch in den kommenden Spielzeiten auf dem gleichen Niveau zu bleiben". Das habe er bereits Bundestrainer Joachim Löw mitgeteilt. "Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit Jogi Löw, der Verständnis für meine Überlegungen und Erklärungen hatte. Und der trotzdem dafür gekämpft hat, dass ich ihm erhalten bleibe", sagte Kroos. "Wir werden gemeinsam Lösungen finden, damit ich auch hier und da eine notwendige Ruhepause bekomme." (red, sid, 16.8.2018)

    • Kroos: Özil hat viel "Quatsch" erzählt.
      foto: apa/afp/benjamin cremel

      Kroos: Özil hat viel "Quatsch" erzählt.

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