Komödie "Ein Dorf zieht blank": Für die gute Sache nackt aufs Feld

    Video16. August 2018, 08:00
    12 Postings

    Philippe Le Guay liefert mit seiner Landkomödie eine weitere Variation zum Thema "Ausziehen für einen guten Zweck"

    Die Bedenken der Bauern sind zunächst groß: "Wir sind schon blank, wir ziehen uns nicht noch aus." Es kostet den Bürgermeister von Le Mêle-sur-Sarthe einiges an Überzeugungskraft, die Bewohner des Dorfs in der Normandie zur Teilnahme an einem kollektiven Nacktfoto zu überreden. Als Straßenblockaden nicht die erhoffte Aufmerksamkeit im Überlebenskampf gegen fallende Milch- und Fleischpreise bringen, soll nackte Haut helfen. Die Idee dazu liefert ein US-amerikanischer Fotokünstler auf der Durchreise.

    foto: filmladen filmverleih
    Ein US-amerikanischer Fotokünstler (Toby Jones, li.) inspiriert in "Ein Dorf zieht blank" einen von François Cluzet verkörperten Bürgermeister (mi.) zu einer anfangs mit Skepsis aufgenommenen Form des Protests.

    Regisseur Philippe Le Guay (Molière auf dem Fahrrad) lässt in seiner Komödie Ein Dorf zieht blank verschiedene Welten aufeinanderprallen. Der Blick des streitbaren, von François Cluzet (Ziemlich beste Freunde) verkörperten Bürgermeisters auf die Natur ist ein entschieden anderer als jener des offenbar an Spencer Tunick angelehnten Fotokünstlers (Toby Jones). Nicht zu vergessen eine aufs Land geflüchtete Pariser Familie.

    filmladen filmverleih
    Trailer zu "Ein Dorf zieht blank".

    Es fehlt Le Guays Normandie nue, so der Originaltitel, nicht an guten Absichten, die selbst noch in Nebenstränge verpackt werden. Dass dies nicht immer reicht, belegen Figuren, die bisweilen kaum über stereotype Verkörperungen von Thesen hinausreichen. Über das hürdenreiche Zustandekommen dörflicher Solidarität freut man sich dennoch. (glicka, 16.8.2018)

    Share if you care.