Studie: Je weiter oben, desto mehr Benefits erhalten Angestellte

    14. August 2018, 17:30
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    Rund vier Fünftel der befragten Unternehmen weisen Zusatzleistungen eine mittlere bis große Bedeutung zu

    Mitarbeitermotivation, Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung: Das sind die Motive der Unternehmen, wenn es um Benefits oder Zusatzleistungen zur monetären Vergütung geht. Allerdings werden Führungskräfte dabei offenbar als wertvoller eingestuft als "gewöhnliche" Mitarbeiter, denn die Ausgaben dafür stehen in Korrelation zur Hierarchieebene: Für Geschäftsführer nehmen Betriebe im Median monatlich 2.125 Euro in die Hand, für die obere Führungsebene 2.000 Euro. Ein großer Bruch lässt sich ab der mittleren Führungsebene erkennen, wo die Kosten im Median zwischen 800 Euro und 600 Euro variieren, ergibt eine Studie unter 100 heimischen Unternehmen durch die Berater von Kienbaum. Für alle gilt: Ein individuell je nach Bedürfnislage und Lebenssituation zusammengestelltes Portfolio gibt es fast nirgends, sogenannte Cafeteria-Systeme sind in Österreich noch nicht State of the Art.

    Im Portfolio der Zusatzleistungen haben nach wie vor die Klassiker wie Firmenhandy, Firmenwagen oder Essensgutscheine in über drei Vierteln der Unternehmen die höchste Priorität. Weitere etablierte Standards wie betriebliche Altersvorsorge oder Home Office kommen in über 50 Prozent aller Unternehmen vor. Ausgefallenere Zusatzleistungen wie etwa die betriebliche Kinderbetreuung oder Aktienbeteiligungsprogramme werden von rund einem Viertel der Unternehmen angeboten und weisen im Vergleich zu etablierten Standards eine geringere Nutzungshäufigkeit auf.

    Dazu ein Beispiel von Alfred Berger, Leiter Compensation und Performance Management bei Kienbaum in Wien: "Flexible Freistellungen von der Tätigkeit – ein Ankerpunkt in den meisten Portfolios – werden von der Hälfte der Firmen angeboten, aber verhältnismäßig nur sehr selten genutzt." Da scheint es einen Widerspruch zwischen den Möglichkeiten eines Sabbaticals auf dem Papier und der tatsächlich gelebten Firmenkultur zu geben.

    Kostenlose Getränke oder Snacks

    Dagegen werden sogenannte zusätzliche Nebenleistungen, etwa kostenlose Getränke oder Snacks, häufig bis sehr häufig in Anspruch genommen, sind aber lediglich für 43 Prozent der Arbeitgeber eine Selbstverständlichkeit. Diese zusätzlichen Nebenleistungen stehen daher laut der Studie in vielen Organisationen auf der Agenda: "Am beliebtesten sind Gesundheitsangebote, von Impfaktionen bis Massagen, gefolgt von Verpflegung und finanziellen Leistungen. Die Raumgestaltung hat auch große Bedeutung", berichtet Alfred Berger.

    Der Trend: Knapp vier Fünftel der befragten Unternehmen weisen Zusatzleistungen eine mittlere bis große Bedeutung innerhalb ihrer Gesamtvergütungsstrategie zu, Tendenz steigend: Das wachsende Bedürfnis vieler Mitarbeiter nach einer individuellen Ausgestaltung ihrer Arbeitszeit (und des persönlichen Arbeitsraumes) und die damit verbundene Flexibilisierung der Arbeitswelt tragen dazu bei, dass Unternehmen sich noch stärker mit den Wünschen ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen.

    Aber, so Berger: "Unabhängig davon, welche Kosten für die Organisation anfallen, erhöht das bloße Angebot von Zusatzleistungen nicht unbedingt das Engagement der Mitarbeiter für die Organisation – der Schlüssel liegt darin, Benefits anzubieten, die von den Mitarbeitern als wichtig erachtet werden". Was wirklich ankommt, wird derzeit noch kaum überprüft: Die wenigsten Firmen evaluieren und messen den Impact ihrer Benefits. (Karin Bauer, 14.8.2018)

    • Sogenannte zusätzliche Nebenleistungen, etwa kostenlose Getränke oder Snacks, werden häufig bis sehr häufig in Anspruch genommen, sind aber lediglich für 43 Prozent der Arbeitgeber eine Selbstverständlichkeit. Das hat eine Studie des Beratungsunternehmens Kienbaum ergeben.
      foto: istock

      Sogenannte zusätzliche Nebenleistungen, etwa kostenlose Getränke oder Snacks, werden häufig bis sehr häufig in Anspruch genommen, sind aber lediglich für 43 Prozent der Arbeitgeber eine Selbstverständlichkeit. Das hat eine Studie des Beratungsunternehmens Kienbaum ergeben.

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