Rapid mit torlosem Remis gegen den WAC

12. August 2018, 19:00
734 Postings

Den Wienern fiel über weite Strecken nichts ein, die Gäste aus Kärnten hatten die besseren Chancen

Rapid ist auch im zweiten Heimspiel in der Bundesliga-Saison sieglos geblieben. Nach dem 1:1 gegen Altach kamen die Hütteldorfer am Sonntag gegen den WAC nur zu einem schmeichelhaften 0:0. Die Generalprobe vor dem Rückspiel in der Europa-League-Qualifikation gegen Slovan Bratislava brachte nicht den erhofften Befreiungsschlag.

Die Wiener lieferten vor 14.800 Zuschauern eine über weite Strecken enttäuschende Vorstellung ab, für die es von den Fans immer wieder, vor allem aber nach Schlusspfiff, Pfiffe gab. Am Ende war der Punktgewinn, der fünfte im dritten Ligaspiel, das einzig wirklich Positive. Die Kärntner halten bei vier Zählern, sie blieben nach dem 1:0 gegen die Austria auch gegen den zweiten Wiener Topklub unbesiegt und gingen nur aufgrund der fehlenden Effizienz nicht als Sieger vom Feld.

Forderungen

"Wir müssen eine Reaktion zeigen, den Gegner unter Druck setzen, angreifen und die drei Punkte mitnehmen", hatte Rapid-Trainer Goran Djuricin vor der Partie gefordert. Sein Personal veränderte er im Vergleich zur 1:2-Niederlage am Donnerstag in der Slowakei an vier Positionen, brachte Stephan Auer, Mert Müldür, Manuel Martic und Andrei Ivan anstelle von Boli Bolingoli, Mario Sonnleitner, Dejan Ljubicic und Thomas Murg.

Nach Wunsch verliefen vor der Pause auf dem neu verlegten Rasen aber nur die ersten zehn Minuten. Da kam Veton Berisha nach schöner Aktion im Strafraum zum Abschluss, traf aber den Ball nicht richtig (7.). Sonst wartete man auf Chancen vergebens. Rapid wirkte nicht spritzig, leistete sich viele Fehlpässe, und das Spiel nach vorne funktionierte kaum. Zudem war die neu zusammengestellte Abwehr alles andere als sattelfest.

Kärntner Mut

Die Kärntner strotzten vor Selbstvertrauen, waren bissiger und vor allem auch sehr mutig. Sie wollten sich mit dem Remis nicht begnügen. Der mangelnde Abschluss verhinderte aber die leistungsgerechte Führung. Michael Liendl schoss zweimal (10., 12.) drüber, bei einem Orgill-Kopfball (17.) fehlte nicht viel.

Sonst stand vor allem Marcel Ritzmaier im Mittelpunkt. Der Ex-Niederlande-Legionär setzte sich mehrmals gut in Szene, verabsäumte es aber einige Male, den letzten Pass zu spielen. In der 34. Minute kam er bei der besten Möglichkeit der Gäste in Hälfte eins selbst zum Abschluss, fand aber im glänzend reagierenden Rapid-Goalie Richard Strebinger seinen Meister.

Zur Pause brachte Djuricin wohl im Hinblick auf Donnerstag Ljubicic für den am Knie leicht angeschlagenen Kapitän Stefan Schwab, Murg ersetzte Ivan. Am Spiel änderte sich aber nicht wirklich etwas. Rapid tat sich weiter enorm schwer im Spiel nach vorne, der WAC hatte die besseren Momente. Michael Novak traf den Ball aus bester Position im Strafraum nicht gut (54.), ein Orgill-Abschluss ging genauso daneben (67.) wie ein gut angetragener Schuss von Schmerböck (81.).

Schwacher Trost

Da der WAC den Ball nicht im Rapid-Tor unterbrachte, sind die Wiener gegen die Kärntner nun schon sechs Spiele unbesiegt. Wohl ein schwacher Trost aufgrund des im Vorfeld geforderten Sieges. Das Selbstvertrauen dürfte damit vor dem wichtigen Heimspiel gegen Bratislava am Donnerstag, in dem es um den Einzug ins Europa-League-Playoff geht, nicht gewachsen sein. Der WAC nahm nach drei klaren Niederlagen bei Rapid wieder einmal einen Punkt mit. (APA, 12.82018)

Bundesliga, 3. Runde, Sonntag

Rapid Wien – WAC 0:0
Allianz-Stadion, 14.800 Zuschauer, SR Heiß

Rapid: Strebinger – Auer, Müldür, Barac, Potzmann – Martic, Schwab (46. D. Ljubicic) – Ivan (46. Murg), Knasmüllner, Ve. Berisha – Alar (64. Guillemenot)

WAC: Kofler – Novak, Sollbauer, Gollner, Schmitz – Sprangler, M. Leitgeb – Ritzmaier (73. Schmerböck), Liendl, Wernitznig (80. Kigbu) – Orgill (93. Gschweidl)

Gelbe Karten: Martic bzw. Novak, Gollner, Kigbu

Stimmen:

Goran Djuricin (Rapid-Trainer): "Die Leistung ist mit nichts zu entschuldigen, das war in meiner Ära als Trainer die schlechteste fußballerische Leistung, für die ich mich ein bisschen geniere und die ich auf meine Kappe nehmen muss. Wir haben überhaupt keine Lösungen gefunden in der gegnerischen Box. Wir haben nichts umgesetzt von dem, was wir wollten, ich bin richtig angefressen."

Christian Ilzer (WAC-Trainer): "Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt, uns ist vieles aufgegangen, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben ein klares Chancenübergewicht gehabt, von daher bin ich mit dem Spiel und der Leistung sehr zufrieden. Wir sollten auf alle Fälle demütig bleiben, wir haben in Wien gegen Rapid gespielt. Wenn ich dann in die Kabine gehe und sehe, dass die Mannschaft mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, stimmt mich das positiv. Das gefällt mir natürlich."

  • Viel Krampf in Wien-Hütteldorf.
    foto: apa/expa/alexander forst

    Viel Krampf in Wien-Hütteldorf.

Share if you care.