Proteste gegen Stärkung von Frauen- und Schwulenrechten in Tunesien

    11. August 2018, 17:33
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    Hunderte demonstrieren: "Nein zur Änderung der göttlichen Worte" – Präsident will gleiche Erbrechte für Frauen durchsetzen

    Tunis – Hunderte Tunesier haben in der Hauptstadt Tunis gegen Regierungspläne protestiert, die Rechte von Frauen und Schwulen zu stärken. Die Demonstranten, unter ihnen Geistliche, versammelten sich am Samstag vor dem Parlament und hielten Plakate in die Höhe, auf denen beispielsweise "Nein zur Änderung der göttlichen Worte" und "Tunesier halten sich an die Lehren des Islam" stand. Andere hielten den Koran in die Höhe und verurteilten die angepeilten Reformen der Regierung als zerstörerisch für die Identität des Landes.

    Eine von Präsident Beji Caid Essebsi eingesetzte Kommission hatte im Juni ihre Vorschläge veröffentlicht, nach denen Frauen gleiche Erbrechte wie Männer erhalten sollen. Nach dem islamischen Recht der Scharia erhält eine Tochter nur die Hälfte von dem Erbe, das der Sohn bekommt. Außerdem soll Homosexualität – ein Tabu in arabischen Ländern – in Tunesien entkriminalisiert werden. Es wird erwartet, dass Essebsi am Montag einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorstellt.

    Tunesien ist als einziges Land als Demokratie aus den arabischen Aufständen 2011 hervorgegangen. Die Politik des Landes unterstützt Frauen weit mehr als andere Länder der Region. In dem nordafrikanischen Land leben aber auch viele teilweise radikale Islamisten. (APA/dpa)

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