Fuhrpark-Ausschreibung des Bundes ruft Opposition auf den Plan

    11. August 2018, 15:15
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    Die SPÖ schlägt wegen "Milliarde für neue Autos" Alarm, die Liste Pilz bringt eine Anfrage ein – Bundesbeschaffungs GmbH spricht von "Routineprozess"

    Wien – Die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) sucht nach Bietern für ihr Fuhrparkmanagement, in dem rund 7.000 Fahrzeuge für über 2.200 Gebietskörperschaften verwaltet werden. Es geht um Autos für Polizei oder Energieversorger, nicht aber um Regierungsfahrzeuge, und die bis 6. September laufende Bietererkundung sei ein "Routineprozess", wie die BBG am Samstag erklärte.

    Die Opposition sah das anders. Auslöser für das Misstrauen war wohl ein Bericht der Gratiszeitung "heute" vom Freitag, der unter dem Titel "Neuer Fuhrpark der Republik kostet 1 Milliarde" firmierte. Der Bund schreibe den Auftrag für neue Staatskarossen aus, hieß es darin. Der geschätzte Gesamtwert inklusive Mehrwertsteuer betrage 992 Mio. Euro. Akzeptiert würden nur Bewerbungen auf Deutsch. Die Zahl der Bewerber, die Angebote abgeben können, sei auf fünf beschränkt.

    "Lebensfremde Schwerpunktsetzung"

    Die SPÖ reagierte am Samstag entsprechend. Der Auftrag zeige die "lebensfremde Schwerpunktsetzung der Regierung", erklärte Bundesgeschäftsführer Max Lercher via Aussendung: "7er BMWs für schwarz-blaue Funktionäre, aber gleichzeitig nur Patschentaxi plus 12 Stunden am Bau und 150 Euro im Monat für die Österreicher, das würde die SPÖ in der Regierung niemals zulassen."

    Auch die Liste Pilz reagierte irritiert und brachte eine schriftliche Anfrage an Bundeskanzler Sebastian Kurz ein. Für Klubobmann Wolfgang Zinggl ist etwa fragwürdig, warum dieser "enorme Ankauf" mit einer lediglich dreiwöchigen Anbotslegung begrenzt wurde und warum es eine Einschränkung auf deutschsprachige Angebote gibt.

    Keine Minister-Dienstautos

    Am Samstagnachmittag reagierte dann die BBG per Aussendung. In dem rund alle zehn Jahre stattfindenden Routineprozess gehe um einen Maximalrahmen von 826 Millionen Euro, das Volumen der Bietererkundung sei damit im Vergleich zu 2008 gesenkt worden. Damals standen maximal 864 Millionen Euro zur Verfügung, ausgeschöpft wurden allerdings nur 323 Millionen Euro, so die BBG. Keineswegs gehe es dabei um die Minister-Dienstautos, sondern um Verwaltungsfahrzeuge im weitesten Sinn, so ein Sprecher. (APA, 11.08.2018)

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