Nach #MeToo-Rauswurf: Concertgebouw hat erste Einspringer für Gatti

    10. August 2018, 11:46
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    Manfred Honeck übernimmt einen guten Teil der ersten Konzerte der Saison, Thomas Hengelbrock, Bernard Haitink und Kerem Hasan sind weitere Einspringer

    Amsterdam/Wien – Nach dem Rauswurf von Chefdirigent Daniele Gatti wegen Belästigungsvorwürfen, hat das Amsterdamer Royal Concertgebouw Orchester Ersatz für die ersten Konzerte der neuen Saison gefunden. So wird Manfred Honeck einer jener Dirigenten sein, der das Spitzenorchester durch zahlreiche Auftritte zu Beginn der Saison 2018/19 führt.

    Der aus Vorarlberg stammende Chef des Pittsburgh Symphony Orchestra übernimmt die Auftritte des Klangkörpers bei den SummerNights in Amsterdam (23. August), in Ljublijana (3. September), in Berlin (4. September) und in Luzern (5. September). Der 59-Jährige hatte das Amsterdamer Orchester bereits 2004 und 2016 dirigiert.

    Die weiteren Maestri, die in den kommenden Wochen am Pult des Concertgebouw stehen werden, sind der 89-jährige, niederländische Veteran Bernard Haitink, der 26-jährige Brite Kerem Hasan, der im Vorjahr bei den Salzburger Festspielen den Young Conductor's Award einheimste, sowie der 60-jährige deutsche Dirigent Thomas Hengelbrock, einstiger Chefdirigent des Hamburger NDR Elbphilharmonieorchesters.

    Am 2. August hatte das Concertgebouw Orchester bekanntgegeben, sich mit sofortiger Wirkung von seinem seit 2016 amtierenden Chefdirigenten Daniele Gatti getrennt zu haben. Mehrere Musikerinnen hatten nach der Veröffentlichung eines "Washington Post"-Artikels, in dem zwei Sängerinnen Vorwürfe gegen Gatti erhoben, über "unangemessenes" Verhalten des Chefdirigenten geklagt: "Eine ganze Reihe weiblicher Mitarbeiter des Königlichen Concertgebouw Orchestra hat von Erfahrungen mit Gatti berichtet, die im Hinblick auf seine Position als Chefdirigent unangemessen waren." Gatti hatte über seinen Anwalt jeglichen Vorwurf entschieden zurückgewiesen. (APA, 10.8.2018)

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