In der Hitze mit verrissenem "Gnack"

Blog11. August 2018, 11:43
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Neben Hitzschlag, Kreislaufproblemen und Sonnenbrand kann auch ein verrissener Nacken eine Folge sehr heißer Temperaturen sein

Es kam ganz plötzlich: ein stechender Schmerz im oberen Rücken, der mich zum Roboter machte – zumindest meine Bewegungen könnte man so beschreiben. Vielleicht war die Hitze schuld, vielleicht die Klimaanlagen. Acht Stunden täglich vor dem PC sitzen spielte mit Sicherheit auch eine Rolle. Jedenfalls: Mein "Gnack" war verrissen, ich konnte mich kaum mehr bewegen. Zwischen den Schulterblättern saß der Herd, doch der Schmerz strahlte in Brustkorb und Arme aus.

Einmal drüber schlafen, habe ich mir gedacht, vielleicht ist morgen wieder alles gut. Nur mit großer Mühe fand ich eine Einschlafposition, die nicht schmerzte. Doch um 1.30 Uhr wurde ich wach, und die Schmerzen waren so groß, dass ich mir dachte: Nie wieder im Leben kann ich aus diesem Bett aufstehen.

Wärmflasche als Feind

Dazu kam die Hitze. An jedem anderen Tag hätte ich mich auf eine Wärmflasche gelegt, doch bei 28 Grad im Schlafzimmer trotz offener Fenster ist der wärmende Thermophor keine Option.

Am nächsten Tag waren die Schmerzen nicht weniger geworden. Duschen, anziehen – alles wurde zur Herausforderung. Zum Zähneputzen kniete ich mich vors Waschbecken, weil Vornüberbeugen alles nur noch schlimmer machte.

Dehnen, Massieren, Ibuprofen – nichts half, also ging ich zur Hausärztin. Auch sie konnte sich nur mit dem gesamten Oberkörper zu mir umdrehen, ihr Nacken mache ihr ebenfalls Probleme, erzählte sie. Die Ursache, bei mir wie auch bei ihr: Ein Nerv hatte sich entzündet, weil Zugluft, Ventilatoren und kalte Klimaanlagen bei der starken Hitze auf schweißnasse Haut treffen.

Muskel massieren

Wärmende Kissen, Flaschen oder Salben – bei diesen Beschwerden für gewöhnlich die Therapie der Wahl – seien zu dieser Jahreszeit nicht zumutbar, bestätigte auch die Medizinerin und empfahl, eine schmerzlindernde Salbe aus der Apotheke tief in den Muskel einzumassieren – "richtig fest, vom Hals abwärts auf den oberen Rücken und die Schultern", so ihre Worte. Außerdem Schmerzmittel, bis zu drei Stück am Tag.

Die Massage vor dem Schlafengehen brachte tatsächlich Linderung, die Schmerzmittel wirkten nach wie vor nicht. Am nächsten Morgen hatte der Schmerz dennoch abgenommen. Vielleicht auch, weil es draußen nur noch 26 Grad hatte. (bere, 12.8.2018)

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Auch wir Gesundheitsredakteure des STANDARD sind immer wieder mal krank. Und wir würden gern gesünder, fitter und krankheitspräventiver leben. Was wir für unser eigenes Wohlbefinden ausprobieren, was wir im Dschungel unseres Gesundheitssystems alles erleben und was wir tun, wenn es uns selbst dreckig geht, beschreiben wir hier – als Otto Normalverbraucher, sozusagen. Und Achtung: Misery loves company – wir freuen uns über Tipps, Tricks und Resonanz.

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