Noch sieben weißrussische Journalisten in Polizeigewahrsam

    9. August 2018, 17:26
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    Wegen angeblichen Eindringens in Computersysteme – Deutsche Welle protestiert

    Minsk – In der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik Weißrussland haben die Behörden am Donnerstag noch sieben festgenommene Journalisten in Gewahrsam gehalten. Dazu zählt auch ein Mitarbeiter der Deutschen Welle (DW), wie aus einer Übersicht des Weißrussischen Journalistenverbandes in Minsk hervorgeht. Weitere Journalisten waren in den zwei Tagen zuvor ebenfalls abgeführt und von Ermittlern befragt worden.

    72 Stunden Untersuchungshaft wurden aber nur gegen sieben von ihnen verhängt. Neben dem DW-Mitarbeiter Pawljuk Bykowski sind das vier Journalistinnen des Portals tut.by, eine Reporterin der Agentur Belapan und ein Journalist der Zeitung "Belarusy i rynok". Ermittler werfen ihnen vor, in die Computersysteme der staatlichen Nachrichtenagentur Belta eingedrungen zu sein und Informationen abgeschöpft zu haben.

    Die deutsche Bundesregierung und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben die weißrussischen Behörden zu Zurückhaltung aufgerufen. Die Deutsche Welle protestierte nach eigenen Angaben beim weißrussischen Botschafter in Berlin. Das Land zwischen Polen und Russland wird seit 24 Jahren von Präsident Alexander Lukaschenko mit polizeistaatlichen Mitteln regiert. (APA, 9.8.2018)

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