Stadt Wien will WBV-GÖD-Deal untersagen

    9. August 2018, 12:04
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    Unternehmen will per Eigentümerversammlung Geschäftsführer loswerden

    Die Wiener Landesregierung wird die Übernahme der ehemaligen WBV-GÖD (heute WBV-GFW) und damit von rund 2.500 dem Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz unterliegenden Mietwohnungen wohl nicht nachträglich genehmigen. Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) will genau das der Landesregierung jedenfalls vorschlagen, sagte Gaal am Rande einer Pressekonferenz am Donnerstag. Man warte zwar noch die Stellungnahme der Genossenschaft ab (eine Antwort auf die Stellungnahmen der Finanzbehörde und des Revisionsverbandes; diese hatten, wie berichtet, klar die Ablehnung des Antrags auf nachträgliche Genehmigung empfahlen), werde nach momentanem Stand aber der Landesregierung die Nichtgenehmigung empfehlen, so Gaal.

    Rauswurf Baumgartners geplant

    Unterdessen gab die WBV-GÖD ebenfalls am Donnerstagvormittag bekannt, eine Eigentümerversammlung für die zweite Augusthälfte einberufen zu wollen. Auf dieser sollen "zur Wahrung der Interessen der Gesellschaft", wie es in einer Aussendung heißt, Geschäftsführer Michael Baumgartner und der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Gregorich abberufen werden. Bei den beiden handelt es sich um die ehemaligen Eigentümer der Wohnbauvereinigung, sie hatten 2015 den umstrittenen Deal mit dem jetzigen Eigentümer Christian Hosp eingefädelt.

    Per Aussendung appellierte Gregorich am Nachmittag an Hosp, die Generalversammlung wieder abzusagen. Angesichts der von der Stadt Wien getroffenen Entscheidung, die Anteilsübernahme nicht zu genehmigen, sei die für 20. August anberaumte Versammlung "mit dem Zwecke der Absetzung der legal gewählten Organe" eine "Verletzung des geltenden Rechtes und ein Ignorieren des politischen Willens".

    Zuvor hatte sich Baumgartner am Mittwoch in einem Schreiben an die Aufsichtsbehörde der Ansicht des Revisionsverbands angeschlossen, wonach der Verkauf nichtig und nicht zu genehmigen sei. Der zweite Geschäftsführer Christoph Schäffer sei nicht rechtsgültig bestellt worden. (mapu, 9.8.2018)

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