Salzburg nach 3:0-Sieg praktisch im Play-off

    8. August 2018, 21:16
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    Dabbur-Doppelpack bei souveränem Europacupauftakt der Salzburger gegen Shkendija Tetovo – Junuzovic in chaotischer Schlussphase ausgeschlossen

    Salzburg – Fußballmeister Red Bull Salzburg darf mit dem Play-off in der Qualifikation zur Champions League planen. Die Bullen besiegten am Mittwoch im Drittrundenhinspiel Mazedoniens Meister Shkendija Tetovo zu Hause klar 3:0 (2:0). Damit sollte der Aufstieg in die entscheidende Runde – wo Roter Stern Belgrad oder Spartak Trnava (Hinspiel 1:1) warten würde – am Dienstag in Skopje nur Formsache sein.

    Munas Dabbur brachte das Team von Marco Rose bereits nach einer Viertelstunde mit einem sicher verwandelten Elfmeter auf die Siegerstraße. Nach einem Zwischentief, in dem auch die Gäste Großchancen vorfanden, erzielte der Israeli nach einem Freistoß von Zlatko Junuzovic, der in der Schlussphase Gelb-Rot sah (83.), mit Pausenpfiff das 2:0 (45.+3). Diadie Samassekou sorgte erneut aus einem Elfmeter für den Endstand (81.).

    Flotter Beginn

    Vor 10.050 Zusehern übernahmen die Gastgeber von Beginn an das Kommando. Dabbur sorgte bereits in der dritten Minute für den ersten Abschluss. Sein Versuch wurde zur Ecke abgeblockt. Nach elf Minuten behauptete der Israeli eine Hereingabe von Reinhold Yabo im Rutschen, konnte den Ball in weiterer Folge aber nicht mehr auf das Gäste-Tor bringen.

    Weil aller guten Dinge drei sind, verwandelte Dabbur seine dritte Chance. Nachdem sich Andreas Ulmer links im Strafraum durchgesetzt hatte, konnten die Gäste seine Hereingabe nicht klären. Dabbur wurde von Ennur Totre klar gefoult und blieb vom Punkt sicher.

    Es war die einzige unstrittig richtige Strafraumentscheidung, die der aserbaidschanische Schiedsrichter Aliyar Aghayev in der ersten Hälfte traf. Junuzovic sah nach einer vermeintlichen Schwalbe die gelbe Karte (18.), wurde aber vom Verteidiger zumindest berührt.

    Nach 26 Minuten reklamierten zunächst die Salzburger vergeblich Elfmeter. Der Unparteiische lag wohl richtig, nach einer Handberührung auf den Pfiff zu verzichten. Auf der Gegenseite hatte Salzburg nur Augenblicke später großes Glück. Valmir Nafiu setzte sich gegen Ramalho durch, und Besart Ibraimi tauchte allein vor Cican Stankovic auf. Der zurückgeeilte Xaver Schlager traf bei seinem Rettungsversuch den Angreifer eigentlich klar. Ibraimi suchte den Abschluss und scheiterte an Stankovic, der den an der Hüfte verletzten Alexander Walke ersetzte.

    Stankovic in Form

    Doch die Gäste, vor denen Rose – wie sich herausstellte – zurecht gewarnt hatte, waren damit im Spiel angekommen. Zehn Minuten vor dem Pausenpfiff musste Stankovic sein ganzes Können zeigen. Egzon Bejtulai versuchte es von der Strafraumgrenze mit einem scharfen Flachschuss, doch der Goalie war erneut auf dem Posten.

    Danach übernahm Salzburg wieder das Kommando. Yabo konnte zwei Hereingaben nicht verwerten (39. bzw. 41.). Dabbur sorgte per Kopf doch noch für ein beruhigendes Polster zur Pause.

    Nach Seitenwechsel drückten die Hausherren im einsetzenden Regen auf die Entscheidung. Hannes Wolf fand schon nach acht gespielten Minuten einen Sitzer vor. Dabbur bediente den mitgelaufenen 19-Jährigen ideal, doch der schob den Ball am Tor vorbei. Vier Minuten später schoss Diadie Samassekou über das Tor.

    Die Gäste fanden deutlich seltener den Weg vor das Tor, hatten aber dennoch ihre Momente. So zwang Nafiu Stankovic aus spitzem Winkel zu einer Fußabwehr (67.). Dem dritten Tor näher waren trotzdem die Gastgeber. In der 72. Minute scheiterte Yabo allein vor Keeper Kostadin Sachow.

    Das beruhigende dritte Tor gelang bei immer schwieriger werdenden Platzbedingungen schließlich doch den Gastgebern. Samassekou blieb nach einem Foulspiel an Ulmer im Strafraum cool und verlud Sachow zu seinem ersten Pflichtspieltor für die Salzburger. In einer hitzigen Schlussphase wurde Junuzovic nach einem Foul ausgeschlossen. Danach musste das Spiel wegen eines Flutlichtausfalls für ein paar Minuten unterbrochen werden.

    In bisher zehn Anläufen erreichten die Bullen sechsmal die letzte Qualifikationsrrunde, der Sprung in die Königsklasse gelang bisher jedoch noch nie. (APA, 8.8.2018)

    Qualifikation zur Fußball-Champions-League, 3. Runde, Hinspiel:

    Red Bull Salzburg – Shkendija Tetovo (MKD) 3:0 (2:0)
    Salzburg, Red-Bull-Arena, 10.050 Zuschauer, SR Aghayev (AZE).

    Tore: 1:0 (16.) Dabbur (Foulelfmeter) 2:0 (45.+3) Dabbur 3:0 (81.) Samassekou (Foulelfmeter)

    Salzburg: Stankovic – Lainer, Ramalho, Pongracic, Ulmer – Samassekou – X. Schlager (82. Mwepu), Wolf, Junuzovic – Dabbur (85. Daka), Yabo (74. Minamino)

    Tetovo: Sachow – Bejtulai, Musliu, Adili, Murati (77. Mici) – Alimi, Totre – Selmani (62. Emini), Nafiu, Stenio Jr. (89. Shefiti)- Ibraimi

    Gelbe Karten: Keine bzw. Murati, Nafiu

    Gelb-Rot: Junuzovic (83.)

    Anmerkung: Der Sieger dieses Duells trifft im Play-off auf den Aufsteiger aus der Begegnung Roter Stern Belgrad – Spartak Trnava (Hinspiel 1:1). Der Verlierer steigt in das Play-off zur Europa League um und trifft dort auf den Gewinner aus Cork City – Rosenborg Trondheim.

    Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Es war ein spezieller Abend. Wir haben 3:0 gewonnen und nehmen ein gutes Ergebnis mit. Der Gegner ist eine Mannschaft, die Fußball arbeiten kann. Wir haben Chancen gehabt, aber auch welche zugelassen. Am Ende war es kein Fußballspiel, das war Zufall. Wir haben gewusst, dass es ein schwieriger Gegner ist. Es war wichtig, in einem Quali-Spiel, wo alles passieren kann, dass wir zu null gespielt haben. Wir haben nächsten Dienstag noch einen richtig harten Job. Wir sind gerannt, waren fleißig, hatten einen guten Torwart und haben auch verdient in dieser Höhe gewonnen."

    Zlatko Junuzovic (Red Bull Salzburg): "Das Wichtigste war, dass wir 3:0 gewonnen haben. Die gelb-rote Karte war ziemlich unnötig. Ich finde, die erste gelbe Karte war nie und nimmer Gelb. Er kommt zu spät. Aus meiner Sicht war es ein Elfmeter. Die Zweite war mein einziges Foul im Spiel. Man kann sie schon geben, muss es aber nicht. Es ist bitter, dass ich gesperrt bin, aber die Jungs werden das schon hinkriegen."

    Chatip Osmani (Tetovo-Trainer): "Mit den ersten 25 Minuten meiner Mannschaft kann ich überhaupt nicht zufrieden sein. Wir konnten nicht so starten und das Spiel beginnen, wie wir es uns vorgenommen haben. Das ist auch dem Gegner geschuldet, der in dieser Phase sehr stark gespielt hat. Nach 25 Minuten haben wir uns konsolidiert und hatten auch Chancen, die wir leider nicht verwerten konnten. Wir werden uns gut vorbereiten und unser Bestes geben. Es ist natürlich, dass wir daran glauben, dass wir im Heimspiel auch siegen können."

    • Red Bull Salzburg ließ trotz kurzer Schwächephasen nichts anbrennen.
      foto: apa/krugfoto

      Red Bull Salzburg ließ trotz kurzer Schwächephasen nichts anbrennen.

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