Wie schmeckte Ihre Kindheit?

    User-Diskussion10. August 2018, 12:00
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    Selbstgemachtes Müsli, exotische Früchte oder der Versuch an der italienischen Küche – an welche kulinarisch genussvollen wie grausigen Momente erinnern Sie sich, wenn Sie an das Essen Ihrer Kindheit denken?

    Essensvorlieben haben immer viel mit der Kindheit zu tun. Denn nichts schmeckt so gut wie das Lieblingsessen von Oma oder Mama gekocht. Ja, es waren und sind hauptsächlich die Frauen, die sich um das leibliche Wohl der Familie gekümmert haben. Auch wenn man als Erwachsener versucht, genau das Gericht nach dem gleichen Rezept zuzubereiten, es schmeckt einfach anders. Es fehlt wohl die Prise Liebe, die auch immer mit dabei war.

    Ein Löffelchen für Mama, ein Löffelchen für Papa. Was kam in Ihrer Kindheit oft auf den Tisch – und was davon schmeckte, was so überhaupt nicht?

    Jede Generation hat ihre Spezialitäten

    Kinder der 70er-Jahre können sich natürlich an die kulinarischen Auswüchse dieses Jahrzehnts noch gut erinnern. Toast Hawaii war plötzlich der Renner. Oder auch Pastasciutta, wie sich User "ad vocem" erinnert:

    Als Spross gesundheitsbewusster Eltern kam statt Marmeladebrot selbstgemachtes Müsli auf den Frühstückstisch – es erinnerte mehr an Haferschleim ohne Geschmack –, jetzt heißt es Porridge und wird wahrscheinlich wieder vielen Kindern vorgesetzt. User "Reinhold Loeckers" Mutter hatte noch wenig Erfahrung mit Müsli:

    Das Klopfen der Sonntagsschnitzel, der Geruch, wenn sie im Fett herausgebacken werden, und schließlich der Geschmack der knusprigen Panade mit dem dünnen Fleisch dazwischen – das ist für viele Kindheit pur. Aber nicht jede Generation konnte sich das Schnitzel am Sonntag leisten. Viele aßen die ganze Woche hindurch "einbrennte Hund", eingebrannte Erdäpfeln, was als klassisches Arme-Leut'-Essen galt.

    Poster "Artus53" kennt die Vorarlberger Sparvariante:

    An Kotzngschroa und Grenadiermarsch erinnert sich User "marx graut scho":

    Die kulinarischen Erinnerungen von Userin "madame schmeckenwasser" reichen von Kochsalat mit Erbsen bis zum ersten Kiwigenuss:

    Unbekannte Speisen – weltmännisches Gefühl

    Gudrun Harrer hat sich im Artikel "Von einbrennte Hund und Pastasciutta: Heimische Esskultur im Wandel" dem Thema gewidmet und schreibt, dass heute der Speisezettel zumindest des urbanen Österreichers nur so von Produkten und Speisen, die die Generation mittleren Alters in ihrer Jugend nicht gekannt hat, strotzt. Wann hat man seine ersten Garnelen gegessen, sein erstes Curry, wann hat man gelernt, dass chinesische Küche nicht nur aus Acht Schätzen besteht? Weltmännisch kam sich Poster "Pedro Ximenes" vor beim Essen des ersten "Currys":

    Ihre Kindheitserinnerungen?

    Was kam bei Ihnen auf den Tisch? Was gehört nach wie vor zu Ihren Lieblingsessen – welche Speise war schon damals eine Überwindung? Was waren Ihre ersten exotischen Esserfahrungen? (haju, 10.8.2018)

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