Israels Innenminister erwirkt Ladenschließungen am Sabbat

    6. August 2018, 15:09
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    Streit mit Stadtgemeinden um offene Geschäfte am jüdischen Ruhetag

    Jerusalem – Israels Innenminister Aryeh Deri hat fünf Städten die Öffnung von Geschäften am Sabbat untersagt. Damit machte er von einem neuen Gesetz Gebrauch, mit dessen Hilfe er kommunale Beschlüsse bezüglich der Ladenöffnungszeiten aufheben kann, wie die deutsche Katholische Nachrichtenagentur KNA am Montag unter Berufung auf israelische Medien berichtete.

    Öffnung nur nach Zustimmung des Innenministers

    Nach dem im Jänner von der Knesset beschlossenen Gesetz brauchen städtische Verordnungen zur Ladenöffnung am Sabbat künftig die Zustimmung des Innenministers. "Die Städte können keine hinreichenden Gründe dafür nennen, die Geschäfte am Sabbat zu öffnen", erklärte ein Vertreter des Innenministeriums.

    Der Bürgermeister der Stadt Modi'in will nun beim Obersten Gericht klagen, da der Beschluss des Innenministers lange nach der im Gesetz vorgeschriebenen Zeitspanne erfolgte. Anhänger verschiedener politischer Parteien warfen dem Innenminister vor, die Debatte über die Einhaltung des Sabbats zu instrumentalisieren. "Deri schürt gezielt den Streit zwischen Religiösen und Säkularen", erklärte etwa die liberal-religiöse zionistische Organisation Neemanei Torah VaAvodah (APA, 6.8.2018)

    • Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (links) und Innenminister Aryeh Deri bei einer Pressekonferenz.
      foto: apa/afp/menahem kahana

      Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu (links) und Innenminister Aryeh Deri bei einer Pressekonferenz.

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