Wacker verlor schlussendlich nur knapp gegen Sturm

4. August 2018, 19:18
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Aufsteiger lag gegen den Vizemeister bereits 0:3 zurück, ehe Harrer die Innsbrucker mit einem Doppelpack noch einmal Hoffnung schöpfen ließ

Innsbruck – Sturm Graz hat in der Fußball-Bundesliga auch das zweite Spiel gegen einen Aufsteiger gewonnen. Beim ersten Bundesliga-Spiel auf dem Innsbrucker Tivoli nach mehr als vier Jahren gewannen die Grazer gegen Wacker Innsbruck mit 3:2 (1:0). Die Innsbrucker warten nach einer neuerlichen guten Leistung und zwischenzeitlichem 0:3-Rückstand dagegen weiter auf den ersten Punkt nach der Bundesliga-Rückkehr.

Sturm-Trainer Heiko Vogel stellte gegenüber der Niederlage in der Champions-League-Qualifikation gegen Ajax Amsterdam in der Abwehr wieder von einer Vierer- auf eine Dreierkette um und setzte mit Anastasios Avlonitis, Lukas Grozurek und Markus Pink auf drei Neue. Auch Wacker-Trainer Karl Daxbacher stellte gegenüber der Auftaktniederlage bei Austria Wien in der Abwehr von einer Fünfer- auf eine Viererkette um und brachte mit Daniele Gabriele eine zusätzliche Offensivkraft.

Grozurek zum Ersten

In der Anfangsphase war Innsbruck die aktivere Mannschaft, Sturm präsentierte sich zunächst fehlerhaft. So vergaben die Grazer auch die erste große Möglichkeit. Peter Zulj beendete in der sechsten Minute einen an sich guten Konter mit einem schlampigen Fehlpass. Danach sorgten vor allem Standardsituationen für Gefahr. Mit einer solchen gelang den Grazern auch die Führung. Grozurek traf in der 21. Minute nach einer kurz abgespielten Ecke unbedrängt von der Strafraumgrenze.

Auch nach der Grazer Führung blieben die Innsbrucker die aktivere Mannschaft und hatten noch vor der Pause zwei Ausgleichschancen. Stefan Meusburger köpfelte in der 30. Minute nach einer Ecke aus fünf Metern knapp über das Tor. Sieben Minuten später vergab Zlatko Dedic nach einer Hereingabe von Ilkay Durmus ebenfalls aus kurzer Distanz.

Erst Pink, dann Grozurek zum Zweiten

Sturm kam aber besser aus der Kabine und hatte durch Philipp Hosiner schnell zwei Chancen auf das 2:0 (47., 50.). In der 56. Minute war es dann aber so weit: Innsbruck-Tormann Knett rettete gegen Hosiner, Pink übernahm den Abpraller und traf von der Strafraumgrenze ins verwaiste Tor. Praktisch im Gegenzug hatte Gabriele die Chance auf den Anschlusstreffer, sein Schuss nach schöner Kombination fiel aber zu schwach aus. Auf der anderen Seite machte es Grozurek, der nach der Pause für Sturm-Kapitän Stefan Hierländer ins Zentrum wechselte, besser. In der 60. Minute traf er aus 18 Metern ins lange Eck und sorgte damit für die Entscheidung.

Die Gastgeber steckten trotzdem nicht auf, zeigten Moral und kamen wieder besser ins Spiel. In der 73. Minute traf Dedic per Kopf die Querlatte. Martin Harrer gelang in der 77. Minute nach einem schlechten Rückpass von der Strafraumgrenze ins leere Tor das 1:3. In der 83. Minute schoss Harrer nach einem sehenswerten Sololauf noch den Anschlusstreffer. Die Innsbrucker witterten danach die Ausgleichschance, mit der Brechstange kam Wacker aber zu keiner nennenswerten Chance mehr. In der Nachspielzeit ging dagegen eine Rettungsaktion von Matthias Maak vor dem Innsbrucker Tor an die Stange. (APA, 4.8.2018)

Fußball-Bundesliga – 2. Runde:

FC Wacker Innsbruck – SK Sturm Graz 2:3 (0:1)
Innsbruck, Tivoli, 7.900, SR Hameter

Torfolge:
0:1 Grozurek (21.)
0:2 Pink (56.)
0:3 Grozurek (60.)
1:3 Harrer (77.)
2:3 Harrer (83.)

Innsbruck: Knett – Schimpelsberger, Meusburger, Maak, Vallci – Henning (61. Freitag), Kerschbaum – Rakowitz (84. Rieder), Gabriele (61. Harrer), Durmus – Dedic

Sturm: Siebenhandl – Spendlhofer, Avlonitis, Maresic – Koch, Zulj, Lackner, Hierländer, Grozurek (76. Schrammel) – Pink (78. Huspek), Hosiner (86. Eze)

Gelbe Karten: Vallci, Rakowitz bzw. Eze

Stimmen:

Karl Daxbacher (Trainer Wacker Innsbruck): "Vielleicht haben wir uns in der Anfangsphase zu viel zugemutet, zu offensiv agiert, da liegt der Fehler dann bei mir. Nach dem 0:1 haben wir viele Räume zur Verfügung gestellt und sind noch mehr Risiko gegangen, mit Fehlern sind wir danach noch mehr unter Druck gekommen. Die Aufholjagd ist letztlich noch positiv zu vermerken. Jetzt wird sich zeigen, ob der hochgelobte Teamgeist vom letzten Jahr Bestand hat, denn in kritischen Situationen braucht man dann so etwas."

Christopher Knett (Innsbruck-Tormann): "Wir haben einen Matchplan gehabt, der durch eine Standardsituation zunichtegemacht worden ist. Wir wollten dann trotzdem aktiv und agil sein, das ist uns weniger gelungen. Die Aufholjagd zeigt, wie viel Moral in der Mannschaft steckt. Wir müssen als Mannschaft stabiler stehen, da hat nicht nur die Defensive etwas damit zu tun. In der zweiten Liga ist es vielleicht nicht so bestraft worden, in der Bundesliga wird es bestraft."

Heiko Vogel (Trainer Sturm Graz): "Zum Teil war es heute Slapstick-Comedy. So richtig freuen kann ich mich noch nicht. Ich habe mich gefreut, dass wir zahlreiche Chancen hatten. Mir ist lieber, ich kann sagen, wir haben mangelhafte Chancenauswertung, als wir haben gar keine Chancen. Was wir nach dem 3:0 veranstaltet haben, das war aber unwürdig. Ich bin in der Pause schon explodiert, war der Meinung, dass wir schon höher hätten führen können. Das ärgert mich brutal."

Lukas Grozurek (Doppeltorschütze Sturm Graz): "Wir haben es komplett unnötig noch spannend gemacht. Das darf normal nicht passieren. Katastrophal, dass wir da noch so schwimmen. Wir können noch so viele Sachen besser machen. Ich freue mich über meine zwei Tore. Der Trainer hat nach dem Spiel gegen Amsterdam gesagt, dass ich die Partie entscheiden soll."

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  • Martin Harrer (2. v. re) sorgte im Finish noch einmal für Spannung am Tivoli.
    foto: apa/expa/johann groder

    Martin Harrer (2. v. re) sorgte im Finish noch einmal für Spannung am Tivoli.

  • Am Ende aber gingen die Sturm-Spieler als Sieger vom Platz.
    foto: apa/expa/johann groder

    Am Ende aber gingen die Sturm-Spieler als Sieger vom Platz.

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