Sony, HTC und Motorola haben den Kampf um Smartphones verloren

    Analyse4. August 2018, 09:26
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    Sonys Handysparte befindet sich in einer Krise, auch HTC und Motorola wackeln im Vergleich zur Konkurrenz aus China

    Sonys Smartphone-Geschäft wackelt schon länger, aktuelle Zahlen zeigen aber klägliche Zustände für das Unternehmen. So soll es im zweiten Quartal bloß zwei Millionen Smartphones verkauft haben – große Anbieter erreichen diese Zahl oftmals in bloß einer Woche. Im Vorjahr konnte Sony innerhalb des Quartals 3,4 Millionen Stück an die Kunden bringen. Entsprechend katastrophal schauen die Zukunftsprognosen aus: 2018 wollte man zunächst zehn Millionen Geräte verkaufen, nun erwartet man eher neun. 2017 konnte Sony insgesamt 13,5 Millionen Smartphones verkaufen.

    Sony, HTC, Motorola

    Ähnlich schlecht geht es anderen, ehemaligen Größen am Markt. HTC kündigte im Juli an, 1.500 Arbeitsplätze zu streichen – entsprechend stürzte die Aktie des Unternehmens ab. Auch Motorola hat mit schlechten Verkaufszahlen zu kämpfen. Seit der Übernahme des Unternehmens durch Lenovo konnte es am heimischen, chinesischen Markt nicht an die Erfolge von Firmen wie Huawei und Xiaomi anknüpfen. In China hat Lenovo nämlich weniger als einen Prozent Marktanteil, auch international bleibt der große Erfolg aus.

    Zu wenig Innovation

    Der Grund könnte bei der fehlenden Innovation der Unternehmen liegen, die oft Produkte entwerfen, die sich kaum von den mittlerweile beliebteren Smartphone-Marken unterscheiden. Erschwerend ist bei Motorola auch Lenovos konservative Update-Politik, die bereits mehrfach für Kritik gesorgt hat. Seit dem Kauf liefert es nämlich weitaus weniger Updates aus. Gerade einmal ein einziges Major Update soll die Moto G6-Familie erhalten, auch soll es Sicherheitsupdates nur im 60-bis-90-Tage-Zyklus geben.

    Huawei als großer Sieger

    Die großen Sieger sind hingegen chinesische Konzerne wie Huawei, Oppo, ZTE und Xiaomi, die Samsung und Apple mittlerweile massiv Konkurrenz machen. Beim Smartphone-Verkauf hat Huawei Unternehmen Apple in diesem Jahr sogar erstmals überholt. Der Riese aus China verkaufte in dem Zeitraum 54 Millionen Smartphones, Apple 41,3 Millionen, Samsung 71,5 Millionen.

    USA fürchtet chinesische Hersteller

    Dabei konnte sich Huawei am US-Markt noch nicht etablieren. Generell zeigte sich die USA feindlich gegenüber chinesische Smartphoneunternehmen. Aufgrund des Drucks durch die US-Regierung war es für Huawei nicht möglich, einen Vertrag mit einem Mobilfunker zu schließen, welcher den Einstieg ermöglicht hätte. US-Amerikanische Nachrichtendienste wie die NSA, die CIA und das FBI zeigten sich "zutiefst besorgt" über die Gefahren, die es berge, einem Unternehmen, das "einer fremden Regierung, die nicht unsere Werte teilt, verpflichtet ist, Machtteilhabe innerhalb des US-Telekommunikationsnetzes zu erlauben", so die Dienste Anfang des Jahres in einer gemeinsamen Stellungnahme. (muz, 4.8.2018)

    • Sonys Handysparte kriselt.
      foto: apa/afp/kazuhiro nogi

      Sonys Handysparte kriselt.

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