Landwirt bringt das Internet der Dinge in den Kuhstall

    7. August 2018, 13:12
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    Anton Gruber, Absolvent der Fachhochschule Salzburg entwickelt Sensor zur Regulierung des Stallklimas

    Die steigende Zahl an Hitzetagen macht nicht nur Menschen zu schaffen, auch Tiere haben zu kämpfen. "Milchkühe besonders stark", sagt Landwirt und FH-Salzburg-Absolvent Anton Gruber. Gemeinsam mit Peter Markl, Imker und ebenfalls FH-Salzburg-Absolvent, hat er Muucare entwickelt, einen Sensor, der das Klima in Kuhställen automatisch verbessern soll. "Mit relativ wenig Aufwand sind viele Verbesserungen in der Stallluft möglich", so Gruber. Getestet wurde im eigenen Betrieb. "Und obwohl wir auf unserem kleinen Bergbauernhof keine reinen Milchkuhrassen haben, war auch hier eine bessere Milchleistung erkennbar."

    Derzeit sei man mit dem Projekt noch am Anfang. In einigen Testbetrieben kommen die Sensoren, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit im Stall messen und je nach Bedarf mittels Ventilatoren oder Lüftung das Stallklima optimieren, zum Einsatz. Das Feedback der Betriebe hilft bei der Weiterentwicklung. In Zukunft sollen auch verschiedene Schadstoffe wie Ammoniak, Methan und Schwefelwasserstoff gemessen werden können. Ein weiteres Muucare-Feature werde eine Kuhdusche sein, denn auch Kühe duschen gern, wenn es heiß wird.

    Landwirtschaft und Technik

    Für Gruber ist es die optimale Ergänzung: Als Landwirt ist man gewohnt, sich mit der Unplanbarkeit der äußeren Umstände zu arrangieren, hinter der Technik steckt genau das Gegenteil. Diese beiden Welten zu verbinden war auch die Motivation dahinter. In der Schweinemast sei die Verbindung von Technik und Landwirtschaft bereits gang und gäbe, bei den Rinderbauern sei das noch nicht so ausgeprägt. "Wir wollten etwas Einfaches und Günstiges liefern, das sich auch kleine landwirtschaftliche Betriebe leisten können", sagt der 41-Jährige. Unterstützt wurden sie dabei vom Start-up-Center der FH Salzburg.

    Im Jahr 2000 schloss er sein Studium Telekommunikationstechnik und Systemmanagement an der FH ab. Danach arbeitete er zuerst bei Ascom, einem Produzenten von LED-Videowalls. 2003 wechselte er zu Sony. Die digitale Musikdistribution startete damals gerade durch, alle Musikdaten dafür wurden über Sony-Server in Salzburg konvertiert. Gruber war für die digitale Produktion zuständig, Dienstreisen nach Indien oder in die USA gehörten dazu. Als aufregende Zeit beschreibt er diese Phase, dennoch war der Wechsel für ihn ganz selbstverständlich. Es sei ein Privileg, auf dem Bauernhof arbeiten zu können. "In die Landwirtschaft bin ich reingewachsen", sagt der vierfache Familienvater.

    Eine andere Mischung

    Den Bauernhof bewirtschaftet er gemeinsam mit seiner Frau im Nebenerwerb, halbtags kümmert er sich in einem metallverarbeitenden Betrieb um IT und Logistik. Die verbleibende Zeit investiert er in Muucare. Im Moment passt für ihn diese Mischung. "Ich will nicht alles auf eine Karte setzen." Muucare sei nur eine Möglichkeit, wie Technik die Landwirtschaft ergänzen kann. Sollte er damit richtig Erfolg haben, könne er sich auch eine andere Mischung vorstellen. (Gudrun Ostermann, 7.8.2018)

    • Anton Gruber mit zufriedenen Kühen in seinem Kuhstall. Der Sonsor regelt es.
      foto: margarete petraschek

      Anton Gruber mit zufriedenen Kühen in seinem Kuhstall. Der Sonsor regelt es.

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